Pressemitteilung/News

Biologische und Medizinische Bildgebung
14.04.2016

Eine Million Euro zur Förderung der Stoffwechselforschung

Prof. Dr. Daniel Razansky vom Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI) erhält zusammen mit Kolleginnen und Kollegen eines internationalen multidisziplinären Forschungsteams rund eine Million US-Dollar an Fördergeldern über drei Jahre verteilt. Die Mittel kommen vom Human Frontier Science Program (HFSP)*.

Prof. Dr. Daniel Razansky. Quelle: Helmholtz Zentrum München

Das HFSP fördert ab sofort ein internationales Projekt zur Stoffwechselforschung, das unter anderem am Helmholtz Zentrum München durchgeführt wird. Die Organisation unterstützt wissenschaftliche Projekte in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften, die ein innovatives und kreatives Potenzial haben. Die Konkurrenz um diese Förderung ist sehr stark, nur drei Prozent der Bewerbungen hatten in diesem Jahr Erfolg. In dem jetzt neu geförderten Projekt werden Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum München, dem Gulbenkian Science Institute, Portugal und der Rockefeller University, USA, zusammenarbeiten, um die Anatomie und Funktion von Nervenzellen im umgebenden Fettgewebe zu erforschen. Hierzu verbinden sie neue Techniken der Genetik und optoakustische Tomographie.

„Kürzlich wurde entdeckt, dass die Aktivierung sympathischer Nervenzellen unter Adipozyten Fettabbau fördert“, erklärte Razansky Helmholtz Zentrums München. „Um die Entwicklung neuer Therapiestrategien gegen Adipositas zu ermöglichen, wollen wir den neuroanatomischen Ursprung der Innervation von Fettgewebe abbilden.“

Multidisziplinäre Zusammenarbeit

In dem multidisziplinären Team aus Wissenschaftlern arbeiten die drei Forschungsgruppen in jeder Phase des Projektes eng zusammen. Prof. Ana Domingos vom Gulbenkian Science Institute hat kürzlich die Innervation des Fettgewebes experimentell nachgewiesen. Prof. Cohen von der Rockefeller University bringt seine Expertise auf dem Gebiet der weißen und braunen Adipositas-Biologie ein, während Razansky seine neue nichtinvasive Methode für hochauflösende molekulare Bildgebung einsetzt.

Die Entscheidung für die Förderung durch das HFSP unterstreicht die hohe wissenschaftliche Qualität der Forschungsteams und des beantragten Projekts sowie das Potenzial für neue konzeptionelle Fortschritte und den ganzheitlichen Forschungsansatz. Dieser Ansatz ist der Schlüssel zum Verständnis der dynamischen Regulation der Funktion von Fettgewebe und des phänotypischen und systemischen Stoffwechsels. Er bildet den Ausgangspunkt für mögliche Therapieoptionen. 

Weitere Informationen

*Das Human Frontier Science Program (HFSP) fördert die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften seit 1989. Ziel ist die Aufklärung komplexer Mechanismen lebender Systeme. Getragen wird das Programm von Deutschland, Japan, Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Korea, Großbritannien, USA, Neuseeland, Indien, der Schweiz und der Europäischen Union. Den deutschen Beitrag stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereit.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI) erforscht In-vivo-Bildgebungstechnologien für die Biowissenschaften. Es entwickelt Systeme, Theorien und Methoden zur Bildgebung und Bildrekonstruktion sowie Tiermodelle zur Überprüfung neuer Technologien auf der biologischen, vorklinischen und klinischen Ebene. Ziel ist es, innovative Werkzeuge für das biomedizinische Labor, zur Diagnose und dem Therapiemonitoring von humanen Erkrankungen bereit zu stellen.