NAKO und BABYDIAB Proben

Helmholtz Munich erhält Förderung um Frühstadien des Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen zu erforschen

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Helmholtz Munich erhält eine Förderung in Höhe von 900.000 US-Dollar von Breakthrough T1D, einer international führenden Organisation für die Erforschung von Typ-1-Diabetes (T1D). Mit der Förderung möchten Forschende des Instituts für Diabetesforschung und des Instituts für Epidemiologie gemeinsam neue Ansätze für eine frühere Diagnose von T1D im Erwachsenenalter entwickeln – ein Bereich, der bislang wenig untersucht ist. Als Grundlage nutzen sie Daten und Bioproben aus der NAKO Gesundheitsstudie.

Typ-1-Diabetes Früherkennung für Erwachsenen ermöglichen

Typ-1-Diabetes (T1D) nimmt weltweit zu - mehr als die Hälfte der Neuerkrankungen tritt bei Erwachsenen auf. Ein wichtiges frühes Warnsignal sind sogenannte Inselautoantikörper im Blut, die bereits Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung nachweisbar sein können. Während Screening-Programme bei Kindern in den vergangenen Jahren erfolgreich etabliert wurden, fehlen vergleichbare Erkenntnisse für Erwachsene. Das Team von Helmholtz Munich untersucht nun, welche Biomarker und Kriterien sich am besten für die Früherkennung im Erwachsenenalter eignen.

„Unsere Studien mit Kindern zeigen, dass eine frühe Diagnose schwere Komplikationen wie die diabetische Ketoazidose verhindern kann. Wir sind überzeugt, dass sich diese Vorteile auch auf Erwachsene übertragen lassen“, sagt Prof. Peter Achenbach, stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetesforschung und Leiter des Projekts. „Die Ergebnisse könnten eine wichtige Grundlage für zukünftige Screening-Programme sein.“

Große Bevölkerungsstudien können nötige Antworten liefern

Für die Analyse nutzen die Forschenden Blutproben und Gesundheitsdaten von mehr als 75.000 Teilnehmenden der NAKO Gesundheitsstudie - Deutschlands größter Langzeitstudie zur Erforschung von Volkskrankheiten. Ergänzend fließen Langzeitdaten aus der Babydiab/Babydiet-Studie ein, in der über 2.000 Angehörige von Menschen mit T1D von der Geburt bis ins Erwachsenenalter begleitet wurden. Diese Kombination ermöglicht es, die Entwicklung von Autoantikörpern über die gesamte Lebensspanne hinweg zu untersuchen.

„Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine bevölkerungsweite Beobachtungsstudie. Sie bietet darum eine einzigartige Datengrundlage, um Risikofaktoren zu identifizieren und neue Wege für Prävention und Früherkennung zu entwickeln. Mit der Förderung durch Breakthrough T1D können wir entscheidende Erkenntnisse für eine frühere Diagnose von Typ 1 Diabetes bei Erwachsenen gewinnen,“ erklärt Prof. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie und Vorsitzende des NAKO e.V. Vorstandes. 

Portrait Annette Peters_freigestellt
Prof. Dr. Annette Peters

Director Institute of Epidemiology

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Portrait Peter Achenbach
Prof. Dr. med. Peter Achenbach

Stellvertretender Institutsdirektor, Leitender Wissenschaftler Forschungsbereich: Studienzentrum für Diabetes bei Kindern - Klinische Studien zur Prävention und Immunintervention

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