Unser Körper passt sich dynamisch an Veränderungen in unserer Ernährung und Umgebung an. Auf molekularer Ebene finden diese Veränderungen auf der Ebene der Epigenetik statt. Epigenetik wird allgemein als jede vererbbare Veränderung definiert, die die Sequenz der DNA nicht verändert.
Da Umwelteinflüsse die epigenetische Modulation beeinflussen, können epigenetische Veränderungen wiederum Verhaltensweisen widerspiegeln, die mit Lebensgewohnheiten wie Essgewohnheiten, körperlicher Aktivität, Gewichtszunahme und Gewichtsabnahme zusammenhängen. Darüber hinaus können epigenetische Markierungen nicht nur als Marker für ein bestimmtes Verhalten dienen, sondern auch einen Mechanismus darstellen, der Fettleibigkeit mit damit verbundenen Begleiterkrankungen in Verbindung bringt. Dieses Projekt zielt darauf ab, die epigenetische Regulation unter bestimmten Lebensbedingungen und als Reaktion auf Therapien zur Gewichtsabnahme zu untersuchen. Tatsächlich können epigenetische Veränderungen auch nach einer Gewichtsabnahme ein obesogenes Gedächtnis vermitteln und könnten der häufig beobachteten Gewichtszunahme zugrunde liegen.
Um die genauen epigenetischen Mechanismen dieses hypothetischen Gedächtniseffekts besser zu verstehen, werden Methylom-, Transkriptom- und miRNA-Muster aus menschlichen Proben analysiert und dabei die Lebensgewohnheiten im Zeitverlauf, die Auswirkungen metabolischer Operationen und randomisierte kontrollierte Verhaltensinterventionen verglichen. Die gewonnenen stabilen und veränderbaren epigenetischen Muster werden dann zur Entwicklung von Markern und Zielen für eine personalisierte Adipositas-Therapie verwendet.