Die Zunge ist das wichtigste Geschmacksorgan und der Eintrittspunkt für Nahrungsreize. Stoffwechselveränderungen und Umweltstoffe wie Lebensmittel können die Geschmackszellen beeinflussen und langfristige Auswirkungen auf die Auswahl von Lebensmitteln und die Essgewohnheiten haben. Der Geschmack ist ein wichtiger Faktor für die Nahrungspräferenzen und trägt somit zur täglichen Kalorienaufnahme und zur Entwicklung von Fettleibigkeit bei. Jüngste Studien zeigen, dass Adipositas mit Veränderungen der Geschmacksempfindlichkeit sowie mit einem Verlust von Geschmacksknospen auf der Zunge einhergeht. Im Rahmen dieses Projekts wollen wir die Mechanismen aufdecken, die diesen Beobachtungen zugrunde liegen, welche Faktoren die Homöostase der Geschmackszellen verändern und wie sich dies möglicherweise auf die Essgewohnheiten auswirkt.
Eine systematische Zählung der Geschmacksknospen hilft uns, Korrelationen mit anderen Parametern wie anthropometrischen Daten, Messungen der Geschmacksempfindlichkeit oder Daten zum Essverhalten zu identifizieren. Es werden Biopsien von Geschmacksknospen entnommen, um tiefgreifende Einblicke in die (epi)genetischen und molekularen Grundlagen von Geschmackszellveränderungen bei Adipositas zu gewinnen. Im Rahmen einer klinischen Studie werden wir die Nahrungsauswahl modulieren und die Mechanismen von Geschmacksknospenveränderungen bei Adipositas analysieren.
Auf diese Weise wollen wir die Nahrungsauswahl modulieren und neue Ansatzpunkte für die Prävention und Behandlung von Adipositas definieren.