Automatische Regulationswege der Lipolyse und Thermogenese im braunen und weißen Fettgewebe
Die wichtigste physiologische Funktion brauner und beiger Adipozyten besteht darin, die Menge an Energie zu regulieren, die in Form von Wärme abgegeben wird, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, z. B. bei Kälteeinwirkung. Dieser Vorgang wird als nicht-zitternde Thermogenese bezeichnet. Ob durch direkte Entkopplung der ATP-Synthese durch UCP1, wie sie hauptsächlich in braunen Adipozyten auftritt, oder durch den sinnlosen Kreislauf von Kreatin, Fettsäuren oder Kalzium, wie er vermutlich in beigen thermogenen Adipozyten vorherrscht, lautet die Leit-Hypothese, dass ein höherer Energieverbrauch in Form von Wärme dazu genutzt werden könnte, eine negative Energiebilanz zu fördern und Fettleibigkeit zu verhindern oder umzukehren. Darüber hinaus könnte das Spektrum der verbrauchten Substrate, die die Thermogenese antreiben, genutzt werden, um z. B. systemische Glukose abzubauen und damit Hyperglykämie bei Typ-2-Diabetes zu behandeln.
Während die meisten aktuellen Forschungen zur Thermogenese darauf abzielen, Aktivatoren dieser Prozesse zu identifizieren, kann eine unkontrollierte Thermogenese zu übermäßiger Wärmeentwicklung, Kachexie und Muskelabbauprozessen führen. Daher sind physiologische und potenziell pharmakologische Bremsen für die Thermogenese ebenfalls von hoher Relevanz und Bedeutung.