Translationale Optoakustik
Labor Miguel Pleitez
Unsere Gruppe entwickelt und wendet label-freie chemische Mikroskopie unter Verwendung von Vibrationsspektroskopie und Positivkontrastdetektion für die nicht-invasive biomedizinische/biologische Bildgebung und Biosensorik an.
Labor Miguel Pleitez
Unsere Gruppe entwickelt und wendet label-freie chemische Mikroskopie unter Verwendung von Vibrationsspektroskopie und Positivkontrastdetektion für die nicht-invasive biomedizinische/biologische Bildgebung und Biosensorik an.
Unsere Forschung
Die Kombination aus Anregung im mittleren Infrarotbereich (Mid-IR) und optoakustischer bzw. optothermischer (OA/OT) Sensorik stellt ein herausragendes Beispiel für komplementäre Technologien dar.
Während Moleküle durch Mid-IR-Absorption in charakteristischer Weise angeregt werden und diese Energie vollständig in Wärme umwandeln, basiert die hocheffiziente OA/OT-Signalerzeugung genau auf dieser Wärmefreisetzung. Diese perfekte Synergie überwindet zentrale Einschränkungen herkömmlicher Mid-IR-Spektroskopie und -Bildgebung – insbesondere die starke Wasserabsorption, die biologische Proben oft undurchsichtig macht.
Unser Team nutzt diese hochsensitive, bindungsspezifische Technologie zur Entwicklung innovativer Anwendungen, darunter:
- Live-Zell-Metabolismusmikroskopie für longitudinale Studien
- Schnelle, analytische Histologie und Biopsieauswertung
- Nicht-invasive in vivo-Überwachung von Metaboliten
Diese Ansätze eröffnen neue Wege in der biomedizinischen Forschung und Diagnostik – präzise, schonend und zukunftsweisend.
Unser Fokus
Unser heutiges Verständnis der Zellbiologie – in Gesundheit wie Krankheit – basiert maßgeblich auf der optischen Mikroskopie. Ihre größte Stärke liegt bislang in der Nutzung externer Kontrastmittel. Doch diese sind nicht immer einsetzbar und können das natürliche Verhalten biologischer Systeme stören.
Die Zukunft der Mikroskopie liegt daher in der markierungsfreien metabolischen Bildgebung. Sie erlaubt es, biochemische Prozesse in lebenden Zellen zu beobachten – ohne externe Reagenzien, ohne Zerstörung der Probe und ohne Beeinträchtigung der Zellfunktion. Diese Technologie eröffnet neue Möglichkeiten, um zelluläre Reaktionen auf Umweltveränderungen oder therapeutische Eingriffe in Echtzeit zu untersuchen.
Allerdings stellt diese Form der Bildgebung hohe Anforderungen: Sie erfordert die direkte, nicht-invasive Erfassung biomolekularer Inhalte und Reaktionen – eine Herausforderung für klassische Mikroskopieverfahren, die bei Wellenlängen unter 700 nm oft phototoxisch wirken und keine ausreichende biochemische Spezifität bieten. Auch fortschrittliche Methoden wie die stimulierte Raman-Streuung oder Mid-IR-Mikroskopie stoßen an Grenzen, etwa durch geringe Empfindlichkeit oder potenzielle Probenschädigung.
Unser Team im Bereich der translationalen Optoakustik verfolgt das Ziel, eine neue Generation der chemischen Mikroskopie zu etablieren:
Nicht-destruktiv. Markierungsfrei. Molekülspezifisch.
Durch die Kombination von Mid-IR-Anregung mit hochempfindlicher optoakustischer (OA) und optothermischer (OT) Detektion schaffen wir eine Plattform, die:
- Metabolische Mikroskopie lebender Zellen mit hoher biochemischer Spezifität ermöglicht
- Analytische Histologie und Biopsien schnell und präzise auswertet
- Metaboliten in vivo nicht-invasiv überwacht
Diese einzigartige Technologie bietet ein enormes Potenzial für die biomedizinische Forschung und Diagnostik – präzise, schonend und zukunftsweisend.