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      <title>Helmholtz-Munich</title>
      <link>https://www.helmholtz-munich.de/</link>
      <description>Hier finden Sie alle Nachrichten des Helmholtz-Munich im Überblick.</description>
      <language>de-DE</language>
      
        <copyright>helmholtz-munich.de</copyright>
      
      <pubDate>Sun, 27 Sep 2026 02:34:30 +0200</pubDate>
      <lastBuildDate>Sun, 27 Sep 2026 02:34:30 +0200</lastBuildDate>
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            <hmgu:parentId>news-10761</hmgu:parentId>
            <pubDate>Fri, 25 Sep 2026 16:14:12 +0200</pubDate>
            <title>Andreas Birkenfeld als Experte in ZDF-Reportage über Abnehmspritzen</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/andreas-birkenfeld-featured-as-expert-in-zdf-documentary-on-weight-loss-injections</link>
            <description>Medikamente zur Gewichtsreduktion verändern die Behandlung von Adipositas und erfahren zugleich große öffentliche Aufmerksamkeit. In einer aktuellen Ausgabe der ZDF-Dokumentationsreihe 37° ordnet Prof. Dr. Andreas L. Birkenfeld vom IDM Tübingen die Möglichkeiten und Herausforderungen dieser Therapieoptionen aus wissenschaftlicher und klinischer Perspektive ein.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neue Möglichkeiten in der Behandlung von Adipositas</strong></p>
<p>Medikamente zur Gewichtsreduktion, häufig als „Abnehmspritzen“ bezeichnet, haben die Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Gleichzeitig wirft ihre zunehmende Verbreitung medizinische und gesellschaftliche Fragen auf: Für wen ist eine solche Therapie geeignet? Welche gesundheitlichen Effekte können erzielt werden? Wo liegen die Grenzen – und welche Rolle können diese Medikamente langfristig in der Behandlung von Adipositas spielen?</p>
<p>Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle Ausgabe der ZDF-Dokumentationsreihe 37°. Die Reportage beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven und begleitet eine Patientin auf ihrem persönlichen Weg mit Adipositas und medikamentöser Gewichtsreduktion.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Einordnung durch Andreas Birkenfeld</strong></p>
<p>Neben den persönlichen Erfahrungen der Patientin nimmt die Reportage auch die wissenschaftliche und klinische Perspektive in den Blick. Prof. Dr. Andreas L. Birkenfeld wird als Experte hinzugezogen und erläutert die medizinischen Hintergründe der neuen Therapieoptionen.</p>
<p>Dabei geht es nicht nur um die mögliche Gewichtsreduktion, sondern auch um die Frage, wie solche Medikamente sinnvoll in die Behandlung von Adipositas eingebettet werden können. Die aktuellen Entwicklungen zeigen zugleich, wie stark sich die therapeutischen Möglichkeiten in diesem Bereich in den vergangenen Jahren verändert haben.</p>
<p>Die 37°-Reportage macht deutlich, dass die Diskussion um sogenannte Abnehmspritzen weit über die Zahl auf der Waage hinausgeht. Sie berührt Fragen zum Umgang mit Adipositas als chronischer Erkrankung, zu individuellen Therapieentscheidungen und zu den Chancen und Grenzen neuer medikamentöser Ansätze.</p>
<p><strong>Zur Reportage:</strong><br>Die Sendung ist auf dem YouTube-Kanal von 37° verfügbar:<br><a href="http://www.youtube.com/37Grad" target="_blank" rel="noreferrer">www.youtube.com/37Grad</a></p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>IDM</category>
              
            
            
              
              
              
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            <hmgu:parentId>news-10229</hmgu:parentId>
            <pubDate>Thu, 26 Feb 2026 11:37:00 +0100</pubDate>
            <title>Anja Schork mit „Junior Faculty Award 2025“ ausgezeichnet</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/anja-schork-mit-junior-faculty-award-2025-ausgezeichnet</link>
            <description>Die Fachzeitschrift Metabolism ehrt Dr. Anja Schork, die am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Munich an der Universität Tübingen und am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) tätig ist, mit dem „Junior Faculty Award 2025“. Die Medizinerin und Wissenschaftlerin erhält die Auszeichnung für ihren bedeutenden Beitrag als Erstautorin der Publikation „Differential risk assessment in persons at risk of type 2 diabetes using urinary peptidomics“.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation beschreibt, wie Urin Peptidomik dazu beitragen kann, Personen mit Prädiabetes zu identifizieren, die ein besonders hohes Risiko für chronische Nierenerkrankungen, Herzinsuffizienz und koronare Herzerkrankung aufweisen. Das Verfahren bietet großes Potenzial für eine frühzeitige Risikostratifizierung und damit für gezielte präventive Maßnahmen, bevor klinische Erkrankungen auftreten.</p>
<h2>Metabolism Junior Faculty Award</h2>
<p>Der „Metabolism Junior Faculty Award“ wird vom Journal Metabolism seit 2012 jährlich vergeben und zeichnet herausragende Publikationen aus, die im Vorjahr erschienen sind und deren Erstautoren sich in frühen Karrierephasen befinden. Eine internationale Expertenjury bewertet die Beiträge hinsichtlich Innovationskraft, wissenschaftlicher Qualität und Bedeutung für die Weiterentwicklung der Stoffwechselforschung. Mit dem Preis möchte Metabolism gezielt die nächste Generation akademischer Führungskräfte fördern.</p>
<h2>Zur Person</h2>
<p>Anja Schork absolvierte ihre medizinische Ausbildung und Promotion am Universitätsklinikum Tübingen. Derzeit arbeitet sie als Funktionsoberärztin und klinische Wissenschaftlerin in der Abteilung für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie sowie beim Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Munich an der Universität Tübingen, sowie beim Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Ihre Forschungsarbeit liegt an der Schnittstelle von Nephrologie und Diabetes/Prädiabetes mit der Untersuchung von Mechanismen, die Nieren- und Stoffwechselerkrankungen zugrunde liegen, und der Translation von experimentellen und molekularen Erkenntnissen in personalisierte Behandlungsstrategien.</p>
<h3>Original-Publikation</h3>
<p>Schork et al., 2025: Differential risk assessment in persons at risk of type 2 diabetes using urinary peptidomics. Metabolism. DOI: <a href="https://doi.org/10.1016/j.metabol.2025.156174" target="_blank" class="fui-Link ___1q1shib f2hkw1w f3rmtva f1ewtqcl fyind8e f1k6fduh f1w7gpdv fk6fouc fjoy568 figsok6 f1s184ao f1mk8lai fnbmjn9 f1o700av f13mvf36 f1cmlufx f9n3di6 f1ids18y f1tx3yz7 f1deo86v f1eh06m1 f1iescvh fhgqx19 f1olyrje f1p93eir f1nev41a f1h8hb77 f1lqvz6u f10aw75t fsle3fq f17ae5zn" title="https://doi.org/10.1016/j.metabol.2025.156174" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.metabol.2025.156174</a></p>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>Newsroom</category>
              
                <category>Awards &amp; Grants</category>
              
                <category>Diabetes</category>
              
                <category>IDM</category>
              
            
            
              
              
              
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            <hmgu:parentId>news-9927</hmgu:parentId>
            <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 11:22:00 +0100</pubDate>
            <title>Blutzucker normalisieren, Herzinfarkt-Risiko halbieren</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/blutzucker-normalisieren-herzinfarkt-risiko-halbieren</link>
            <description>Erstmals belegt eine internationale Analyse: Wenn Menschen mit Prädiabetes ihren Blutglukosewert durch Lebensstiländerung wieder in den Normalbereich bringen, halbiert sich ihr Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und frühen Tod. Diese Erkenntnis könnte die Prävention revolutionieren – und ein neues, messbares Ziel für die Leitlinien etablieren. An der Studie waren Forschende von Helmholtz Munich, des Universitätsklinikums Tübingen, und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) beteiligt.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p>Millionen Menschen in Deutschland leben mit erhöhten Blutglukosewerten, ohne es zu wissen. Sie gelten damit als „prädiabetisch“ – ein Frühstadium, das bislang ohne klar definiertes Therapieziel blieb. Menschen mit Prädiabetes erhalten in der Regel die Empfehlung, Gewicht zu verlieren, sich mehr zu bewegen und sich gesünder zu ernähren. Diese Lebensstiländerungen sind sinnvoll: Sie verbessern Fitness, Wohlbefinden und verschiedene Risikofaktoren. Doch eine entscheidende Frage blieb bislang offen: Schützen sie das Herz auch langfristig? Bisher konnte kein Lebensstilprogramm für Menschen mit Prädiabetes überzeugend zeigen, dass es Herzinfarkte, Herzschwäche oder kardiovaskuläre Todesfälle über Jahrzehnte hinweg nachhaltig reduziert.</p>
<h2 style="margin-left:0px;">Durchbruch in der Präventionsforschung</h2>
<p>Eine gemeinsame Auswertung zweier der weltweit größten Diabetespräventionsstudien – aus den USA und China – bringt nun Klarheit. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA und China konnten Forschende von Helmholtz Munich, des DZD, und des Universitätsklinikums Tübingen zeigen: Entscheidend ist offenbar nicht die Lebensstiländerung an sich, sondern ob es Menschen mit Prädiabetes gelingt, dadurch ihre Blutglukosewerte wieder in den Normalbereich zu bringen – mit anderen Worten, ob sie eine Remission des Prädiabetes erreichen.&nbsp;</p>
<h2 style="margin-left:0px;">Halbiertes Risiko für Herz und Gefäße</h2>
<p>Die Langzeitdaten von mehr als 2.400 Menschen mit Prädiabetes belegen: Menschen, denen es gelingt, ihren Blutglukosewert zu normalisieren, haben ein deutlich geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben oder wegen Herzschwäche ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, als diejenigen, deren Glukosewerte erhöht bleiben – selbst dann, wenn beide Gruppen in ähnlichem Ausmaß an Gewicht verlieren.</p>
<p>In beiden Studien war für die Teilnehmenden das Risiko kardiovaskulärer Todesfälle um rund 50 % geringer, auch die Sterblichkeit insgesamt sank signifikant. Die amerikanische Studie beobachtete ihre Probanden über einen Zeitraum von 20 Jahren, ihr chinesisches Pendant sogar über 30 Jahre. Unter Führung des Tübinger Teams wurden diese Datensätze harmonisiert und erneut ausgewertet, um Raten von kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz bei Personen mit und ohne Prädiabetes-Remission zu vergleichen. &nbsp;&nbsp;</p>
<h2 style="margin-left:0px;">Ein neues, messbares Ziel für die Medizin</h2>
<p>Bisher stützt sich die Herz-Kreislauf-Prävention auf drei Säulen: Blutdruckkontrolle, Senkung des LDL-Cholesterins und Rauchstopp. Mit den neuen Erkenntnissen könnte ein vierter Pfeiler hinzukommen: die nachhaltige Normalisierung der Blutglukose bei Prädiabetes.</p><blockquote><p>„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Remission des Prädiabetes nicht nur – wie bereits bekannt – den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes verzögert oder verhindert, sondern Menschen auch langfristig vor schweren Herzkreislauferkrankungen schützt – und zwar über Jahrzehnte hinweg“, sagt Prof. Andreas Birkenfeld, Direktor des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) bei Helmholtz Munich, Vorstandsmitglied des DZD und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik IV am Universitätsklinikum Tübingen.</p></blockquote><p>Ein nüchterner Blutglukosewert von ≤ 97 mg/dl erwies sich als einfacher Marker für ein dauerhaft geringeres Herzrisiko – unabhängig von Alter, Gewicht oder ethnischer Herkunft. Diese Schwelle könnte weltweit in der Hausarztpraxis Anwendung finden und so die Prävention greifbarer machen.</p>
<h2 style="margin-left:0px;">Deutschland im internationalen Vergleich abgeschlagen</h2>
<p>Deutschland hinkt bei präventiver Gesundheitsversorgung hinterher. Laut dem aktuellen <i>Public Health Index</i> belegt das Land den vorletzten Platz von 18 untersuchten europäischen Ländern bei der Umsetzung wissenschaftlich fundierter Präventionsmaßnahmen. Dies hat zur Folge, dass das Risiko in Deutschland an einer Herzkreislauf-Erkrankung zu versterben signifikant erhöht ist im Vergleich mit europäischen Nachbarn.&nbsp;</p>
<p>Die neue Studie zeigt, welches Potenzial ungenutzt bleibt – und wie konkrete Zielwerte die öffentliche Gesundheit entscheidend verbessern können.</p><blockquote><p>„Wir sehen ein klares therapeutisches Fenster: Wenn die Glukosewerte bereits im Stadium des Prädiabetes normalisiert werden, kann das langfristige Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und vorzeitigen Tod deutlich reduziert werden. Unsere Daten sprechen dafür, Remission ausdrücklich als primäres Therapieziel in Leitlinien zur Prävention von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verankern“, appelliert Birkenfeld.</p></blockquote><h3>Original-Publikation</h3>
<p>Vazquez Arreola et al., 2025: Prediabetes Remission and Cardiovascular Morbidity and Mortality: A post-hoc analysis from DPPOS and DaQingDPOS. The Lancet. DOI: <a href="https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(25)00295-5/fulltext" target="_blank" rel="noreferrer">10.1016/ S2213-8587(25)00366-3</a><br>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>Prevention</category>
              
                <category>Startseite</category>
              
                <category>New Research Findings</category>
              
                <category>Diabetes</category>
              
                <category>IDM</category>
              
            
            
              
              
              
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          <item>
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            <hmgu:parentId>news-9309</hmgu:parentId>
            <pubDate>Fri, 14 Nov 2025 08:00:00 +0100</pubDate>
            <title>Der Ein-Stunden-Blutzuckerwert als neuer Marker zur Diabetes-Prävention </title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/der-ein-stunden-blutzuckerwert-als-neuer-marker-zur-diabetes-praevention</link>
            <description>Ein erhöhter Blutzuckerwert eine Stunde nach dem oralen Glukosetoleranztest (OGTT) signalisiert einen kritischen Stoffwechselzustand – noch vor dem Prädiabetes. Betroffene sprechen besonders gut auf Lebensstilinterventionen an.  Der Wert könnte zu einem neuen klinisch relevanten Biomarker werden – und eine gezieltere, frühere Prävention des Typ-2-Diabetes ermöglichen. Zu dem Ergebnis kommt ein Team der Eberhard-Karls-Universittät Tübingen, von Helmholtz Munich und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) jetzt in Metabolism.  </description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p>Prädiabetes gilt als Vorstufe des Typ-2-Diabetes. Doch nur etwa 20 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes erfüllten zuvor die gängigen Kriterien. Umgekehrt entwickelt sich bei über 40 Prozent der Menschen mit einem Prädiabetes nie ein Diabetes. Wie lassen sich Risikopersonen besser identifizieren und gezielter versorgen?</p>
<h2>Ein genauerer Blick auf die Frühphase der Stoffwechselstörung&nbsp;</h2>
<p>Um Antworten auf diese Frage zu finden, haben Forschende nach präziseren Markern gesucht. Besonders relevant erschien ihnen die Ein-Stunden-Plasmaglukosekonzentration (1h-PG) beim oralen Glukosetoleranztest (OGTT). Es handelt sich um den Blutzuckerwert, den Ärztinnen und Ärzte genau eine Stunde nach der Einnahme einer Glukoselösung bestimmen. Ein Wert von ≥ 155 mg/dl gilt laut International Diabetes Federation (IDF) als früher Indikator einer gestörten Glukoseregulation – oft bevor der Nüchtern- oder Zwei-Stunden-Werte auffällig werden. Diese Messung könnte Chancen bieten, um gefährdete Personen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln, so die Hoffnung.</p>
<h2>Lebensstil-Intervention mit deutlichem Effekt&nbsp;</h2>
<p>Um ihre Hypothese zu überprüfen, haben Forschende im Rahmen des Tübinger Lebensstil-Interventionsprogramms (TULIP)* 317 Personen mit unterschiedlicher Glukosetoleranz neun Monate lang intensiv betreut. Ziel der Lebensstil-Intervention war ein Gewichtsverlust von mindestens fünf Prozent durch ausgewogene Ernährung und durch regelmäßige Bewegung.&nbsp;<br>Die Teilnehmenden wurden anhand von Stoffwechselparametern drei Gruppen zugeordnet:&nbsp;</p><ul><li>mit normaler Glukoseregulation,</li><li>mit isoliert erhöhtem 1h-PG (anderen Werte, etwa der Nüchternzucker und 2h-PG waren noch normal),</li><li>mit klassischer gestörter Glukoseregulation (Prädiabetes).&nbsp;&nbsp;</li></ul><p>Bereits zu Beginn der Studie zeigte sich, dass Personen mit hohem 1h-PG-Wert metabolisch zwischen gesund und krank einzuordnen sind. Ihre Insulinsensitivität und ihre Betazellfunktion waren eingeschränkt und ihr Leber- und Bauchfett erhöht, allerdings noch reversibel.&nbsp;<br>Nach neun Monaten Intervention verbesserten sich die Insulinsensitivität und Betazellfunktion den Studienteilnehmenden deutlich. Sie erreichten nahezu das Niveau stoffwechselgesunder Menschen. Gleichzeitig normalisierte sich der Leberfettwert. In der Prädiabetes-Gruppe waren diese Verbesserungen deutlich geringer ausgeprägt.&nbsp;</p>
<h2>Langfristiger Nutzen: 80 Prozent geringeres Risiko&nbsp;</h2>
<p>Über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren zeigte sich ein eindrucksvoller Effekt: Personen mit erhöhtem 1h-PG, die an der Intervention teilgenommen hatten, erkrankten zu 80 Prozent seltener an Typ-2-Diabetes als Menschen mit Prädiabetes. Fast die Hälfte erreichte sogar wieder normale Blutzuckerwerte (Normoglykämie) – doppelt so viele wie in der Prädiabetes-Gruppe. Durch die Gewichtsreduktion und durch weniger Leberfett verbesserten sich sowohl die Insulinsensitivität als auch die Fähigkeit der Betazellen, auf Glukose zu reagieren. Diese Normalisierung zentraler Stoffwechselprozesse könnte entscheidend sein, um den Übergang in einen stabilen, gesunden Glukosestoffwechsel zu ermöglichen.&nbsp;</p>
<h2>Neue Präventionsstrategie mit Potenzial für die Praxis&nbsp;</h2>
<p>Der Ein-Stunden-Wert erwies sich dabei als der sensitivste Marker zur Früherkennung von Glukosetoleranzstörungen. Er war deutlich aussagekräftiger als der HbA<sub>1c</sub>-Wert, die Nüchtern- oder die Zwei-Stunden-Glukose. „Der Wert markiert offenbar den optimalen Zeitpunkt, um den Stoffwechsel noch zu normalisieren“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Birkenfeld. Er ist Letztautor der Studie, DZD-Sprecher und Direktor des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen. Laut Birkenfeld ermögliche es der Test perspektivisch, gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren und effektiv zu behandeln, lange bevor ein Prädiabetes diagnostiziert werde. Damit könne sich der 1h-PG als neuer, klinisch relevanter Biomarker etablieren.&nbsp;&nbsp;</p>
<h4>*Über das Tübinger Lebensstil-Interventionsprogramm&nbsp;</h4>
<p>Das Tübinger Lebensstil-Interventionsprogramm (TULIP) ist ein wissenschaftlich entwickeltes Programm der Universität Tübingen zur Prävention und Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas. Es wurde am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik der Universität Tübingen entwickelt. TULIP zielt darauf ab, durch gezielte Lebensstiländerungen – insbesondere gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und Verhaltensanpassung – das Risiko für Stoffwechselerkrankungen zu senken oder bereits bestehende Störungen wie Insulinresistenz, Prädiabetes oder Fettleber zu verbessern.&nbsp;</p>
<h3><br>Original-Publikation&nbsp;</h3>
<p>Wang et al., 2025: Lifestyle intervention is more effective in high 1-hour post-load glucose than in prediabetes for restoring β-cell function, reducing ectopic fat, and preventing type 2 diabetes. Metabolism. DOI: <a href="https://www.metabolismjournal.com/article/S0026-0495(25)00299-9/fulltext" target="_blank" rel="noreferrer">10.1016/j.metabol.2025.156430</a></p>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>Newsroom</category>
              
                <category>New Research Findings</category>
              
                <category>Diabetes</category>
              
                <category>IDM</category>
              
            
            
              
              
              
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          <item>
            <guid isPermaLink="false">news-7035</guid>
            <hmgu:parentId>news-6939</hmgu:parentId>
            <pubDate>Thu, 14 Aug 2025 11:04:00 +0200</pubDate>
            <title>CarePath: Helmholtz Munich beteiligt sich an EU-Projekt zur Unterstützung von Menschen mit chronischen Erkrankungen</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/carepath-helmholtz-munich-beteiligt-sich-an-eu-projekt-zur-unterstuetzung-von-menschen-mit-chronischen-erkrankungen</link>
            <description>Mit CarePath startet eine neue europäische Forschungsinitiative, die Menschen mit chronischen Erkrankungen dabei unterstützen soll, ihre Behandlung wirksamer und angenehmer zu gestalten. Durch individuell zugeschnittene Hilfsmittel und Unterstützungsangebote verfolgt das Projekt das Ziel, Behandlungsergebnisse, Lebensqualität und langfristiges Wohlbefinden zu verbessern. Forschende von Helmholtz Munich, der Projektleiter Prof. Andreas Birkenfeld, Prof. Matthias Blüher und Prof. Nikolaos Perakakis – bringen ihre wissenschaftliche Expertise ein, um besser zu verstehen, wie die Therapietreue bei der Einnahme wichtiger blutzuckersenkender Medikamente bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas nachhaltig verbessert werden kann.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<h2 class="MsoNoSpacing">Nachhaltige Therapiepfade unterstützen</h2>
<p class="MsoNoSpacing">Chronische Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich häufig medikamentös behandeln. Dennoch stehen viele Betroffene vor Herausforderungen, ihre Therapie langfristig fortzusetzen – etwa durch soziale Stigmatisierung, fehlende Unterstützung oder finanzielle Belastungen.&nbsp;CarePath, gefördert durch die Europäische Union, will diese Lücke schließen und entwickelt ein flexibles Toolset, das Menschen befähigt, ihre Behandlung individuell und alltagsnah zu gestalten.</p>
<h2 class="MsoNoSpacing">Der Mensch im Mittelpunkt</h2>
<p class="MsoNoSpacing">Das Projekt verfolgt einen personenzentrierten Ansatz und entwickelt Lösungen gemeinsam mit Patient:innen, medizinischem Fachpersonal und weiteren Stakeholdern. Das Toolset umfasst unter anderem mobile Apps zur Unterstützung der Kommunikation und Selbstorganisation, Instrumente zur Erfassung von Symptomen und Erfahrungen sowie kurze Fragebögen, die frühzeitig auf zusätzlichen Unterstützungsbedarf hinweisen. Durch die Kombination digitaler Werkzeuge mit menschlicher Fürsorge können die Lösungen flexibel in unterschiedlichen Gesundheitssystemen eingesetzt werden.</p>
<h2 class="MsoNoSpacing">Pilotierung in sechs Ländern</h2>
<p class="MsoNoSpacing">Um eine breite Relevanz und Wirkung zu erzielen, wird das&nbsp;CarePath-Toolset in sechs Ländern getestet: Deutschland, Israel, die Niederlande, Polen, Spanien und Schweden. Die Auswahl der Pilotstandorte berücksichtigt unterschiedliche Gesundheitssysteme und Bedürfnisse der Bevölkerung. Eine spezielle Machbarkeitsstudie findet in Deutschland statt und konzentriert sich auf Menschen mit Typ-2-Diabetes in ambulanten Einrichtungen.</p>
<h2 class="MsoNoSpacing">Die Rolle von Helmholtz Munich</h2>
<p class="MsoNoSpacing">Helmholtz Munich ist zentraler Forschungspartner im fünfjährigen Projekt. Die beteiligten Wissenschaftler –&nbsp;Prof. Andreas Birkenfeld&nbsp;(Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen),&nbsp;Prof. Matthias Blüher&nbsp;(HI-MAG) und&nbsp;Prof. Nikolaos Perakakis&nbsp;(Institut für pankreatische Inselzell-Forschung) – verfügen über umfassende Expertise im Bereich Stoffwechselerkrankungen und chronischer Versorgung. Sie testen neue Ansätze, um die regelmäßige Einnahme essenzieller Glukose- und Lipidsenkender Medikamente – darunter die Inkretin-Rezeptor-Agonisten Semaglutid und Tirzepatid – mithilfe digitaler Werkzeuge zu verbessern. Die Wirksamkeit wird in randomisierten kontrollierten Studien evaluiert.</p>
<p class="MsoNoSpacing">Helmholtz Munich erhält für seine Beteiligung eine Förderung in Höhe von&nbsp;980.000 Euro. Insgesamt wird das Projekt mit&nbsp;11,3 Millionen Euro&nbsp;aus EU-Mitteln und&nbsp;8,5 Millionen Euro&nbsp;an Sachleistungen von Industriepartnern unterstützt.</p>]]></content:encoded>
              
            
              
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            <pubDate>Wed, 11 Jun 2025 12:00:00 +0200</pubDate>
            <title>Copenhagen Declaration: Neustart in der Diabetesprävention</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/copenhagen-declaration-neustart-in-der-diabetespraevention</link>
            <description>Eine neue Vision zur Bekämpfung der weltweiten Typ-2-Diabetes-Epidemie skizziert die Copenhagen Declaration des Forum Global Diabetes. Mehr als 50 Expertinnen und Experten aus Industrie- und Schwellenländern fordern tiefgreifende Veränderungen in Prävention, Versorgung und Forschung. Besonders betont werden der langfristige Nutzen von Remissions-Strategien und die Notwendigkeit, Prädiabetes differenzierter zu betrachten, um maßgeschneiderte Präventionsansätze zu ermöglichen. An der Deklaration haben auch Forschende des Instituts für Diabetesforschung und metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (IDM) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) mitgearbeitet.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p>„Wir stehen an einem Wendepunkt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld, Koautor der Erklärung. Er ist Leiter des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich am Standort Tübingen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V. und Direktor der Medizinischen Klinik IV am Universitätsklinikum Tübingen. Birkenfeld: „Wenn wir die Dynamik der globalen Diabetes-Epidemie stoppen wollen, müssen wir deutlich früher ansetzen – mit präziser Vorhersage, personalisierten Strategien und neuen Präventionskonzepten, wie der Prädiabetes Remission.“</p>
<h2>Früher erkennen, gezielter handeln</h2>
<p>Zum Hintergrund: Weltweit leben mehr als 800 Millionen Menschen mit Diabetes – die meisten in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen. Dort fehlt es häufig an Ressourcen, an Zugang zu modernen Therapien und an Forschungsdaten. Die Copenhagen Declaration will die Situation verbessern. Sie ruft dazu auf, präzise Früherkennungs- und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und kulturell wie ökonomisch angepasste Programme in die Praxis umzusetzen.</p>
<p>Eine Forderung: Die langfristigen Effekte von Remissions-Strategien – etwa durch Lebensstiländerungen oder durch neue, innovative Medikamente – sollen systematisch untersucht werden. Entscheidend sei, so die Autorinnen und Autoren, nicht nur das kurzfristige Erreichen normoglykämischer Werte, sondern das dauerhafte Verhindern der Krankheitsprogression im Blick zu haben.</p>
<p>„Es geht darum, zu verstehen, wie stabil eine Diabetes-Remission ist, welche Gruppen davon besonders profitieren und wie wir diese Effekte auch unter realen Bedingungen erzielen“, erklärt Birkenfeld. „Das Potenzial ist riesig, aber wir brauchen evidenzbasierte Konzepte und eine internationale Zusammenarbeit.“</p>
<h2>Präzisionsmedizin: Phänotypisierung von Prädiabetes als Schlüssel</h2>
<p>Ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Erklärung liegt auf der Präzisionsmedizin. Hier empfehlen die Expertinnen und Experten, Prädiabetes-Phänotypen differenziert zu erfassen, um risikobasierte, personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln. Dabei sollen genetische, epigenetische, verhaltensbezogene und umweltbedingte Faktoren berücksichtigt werden. „Die Idee eines einheitlichen Prädiabetes-Stadiums ist überholt“, so Birkenfeld. „Nur wenn wir die</p>
<p>biologische Vielfalt der Frühstadien verstehen, können wir wirklich zielgerichtet verhindern, dass aus Prädiabetes Typ-2-Diabetes wird.“</p>
<h2>Sieben Handlungsfelder, ein globaler Auftrag</h2>
<p>Die Copenhagen Declaration definiert dabei sieben Aktionsfelder:</p><ol> 	<li>Prävention, Früherkennung und Remission: Entwicklung niederschwelliger Programme und Beurteilung der langfristigen Effektivität von Interventionsstrategien.</li> 	<li>Präzisionsmedizin: Subtypisierung von Diabetesformen und durch den Einsatz KI-gestützter Entscheidungshilfen.&nbsp;</li> 	<li>Gerechter Zugang zur Versorgung: Aufbau von Infrastruktur, insbesondere in ressourcenschwachen Regionen.</li> 	<li>Innovative Behandlungsmodelle: Integration von Echtzeitdaten, digitalen Tools und Biomarker-basierten Entscheidungshilfen.</li> 	<li>Integrierte Versorgung bei Komorbiditäten: Augenmerk unter anderem auf kardiovaskuläre, renale und onkologische Begleiterkrankungen.</li> 	<li>Psychosoziale Unterstützung: digitale Peer-to-Peer-Programme und KI-gestützte psychologische Tools.&nbsp;</li> 	<li>Globale Kooperation und Forschung mit Fokus auf LMICs (Low- and Middle-Income Countries).&nbsp;</li> </ol><p>Ein besonderes Augenmerk liegt auf kosteneffektiven Lösungen: Künstliche Intelligenz, mobile Gesundheitsanwendungen und Telemedizin sollen Menschen weltweit zugänglich gemacht werden.&nbsp;</p>
<h2>Appell an Politik und Gesellschaft&nbsp;</h2>
<p>Die Erklärung versteht sich nicht als bloße Vision, sondern als konkreter Aufruf zum Handeln – an Regierungen, Gesundheitsorganisationen, Forschungseinrichtungen und an die Industrie. Sie fordert gezielte Investitionen, einheitliche Monitoring-Systeme und den Aufbau globaler Datenplattformen.<br> „Die Copenhagen Declaration ist ein Fahrplan für eine gerechtere, effektivere und intelligentere Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes“, so Birkenfeld. „Wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen, können wir Millionen Erkrankungen verhindern – und das Leben von Hunderten Millionen Menschen verbessern.“</p><div class="well"><h3>Original-Publikation</h3>
<p>Narayan et al., 2025: Copenhagen Declaration: a transformative vision for global diabetes. The Lancet Diabetes &amp; Endocrinology.&nbsp;DOI:&nbsp;<a href="https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(25)00137-8/abstract" target="_blank" rel="noreferrer">10.1016/S2213-8587(25)00137-8</a></p></div>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>News</category>
              
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                <category>Prevention</category>
              
                <category>Diabetes</category>
              
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            <pubDate>Thu, 27 Feb 2025 10:00:00 +0100</pubDate>
            <title>Übergewicht fängt im Gehirn an</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/uebergewicht-faengt-im-gehirn-an</link>
            <description>Studie zeigt: Das Gehirn spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Adipositas

Der Anteil adipöser Menschen hat in den vergangenen Jahrzehnten rasant zugenommen und stellt Betroffene, Gesundheitssysteme und Behandelnde vor enorme Herausforderungen. Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von krankhaftem Übergewicht nimmt das Hormon Insulin ein. Bislang deutete vieles darauf hin, dass Insulin besonders im Gehirn zu Stoffwechsel- und neurodegenerativen Erkrankungen führt. Nun liefert eine Studie von Helmholtz Munich, des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) faszinierende neue Erkenntnisse zur Rolle des Gehirns als entscheidende Schaltstelle und als Ursprung von Adipositas und Typ-2-Diabetes.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p class="Flietext">Obwohl bereits seit langem als Auslöser für zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt oder gar Krebs bekannt, ist Adipositas erst seit 2020 in Deutschland als eigenständige Krankheit offiziell anerkannt. Mit rund 16 Millionen Menschen allein in Deutschland und mehr als einer Milliarde Menschen weltweit, ist krankhaftes Übergewicht von der Weltgesundheitsorganisation bereits als Epidemie bezeichnet worden. Von Adipositas spricht man bei einem Body-Mass-Index von über 30. Mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung gelten häufig als Ursache für die chronische Erkrankung. Die Mechanismen im Körper, die zu Adipositas führen und bei der Krankheit auftreten, sind allerdings vielschichtiger.</p>
<h2 class="Flietext">Übergewicht und die Rolle von Insulin im Gehirn</h2>
<p class="Flietext">Die Insulinempfindlichkeit des Gehirns steht im Zusammenhang mit langfristiger Gewichtszunahme und ungesunder Körperfettverteilung. Welche Prozesse spielen sich dabei im Gehirn genau ab und welche Auswirkungen hat die Insulinwirkung im Gehirn auf normalgewichtige Menschen? Dieser Frage gingen Prof. Dr. Stephanie Kullmann aus der Tübinger Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Nephrologie und ihr Team in ihrer Studie auf den Grund. „Unsere Ergebnisse zeigen erstmalig, dass bereits eine kurzzeitige Einnahme von hochverarbeiteten, ungesunden Lebensmitteln (z.B. Schokoriegel und Chips) zu einer gravierenden Veränderung im Gehirn von gesunden Menschen führt und dies als Ausgangpunkt von Adipositas und Typ-2-Diabetes gelten kann“, erläutert Studienleiterin Prof. Kullmann. Im gesunden Zustand hat Insulin im Gehirn eine appetitzügelnde Wirkung. Insbesondere bei Menschen mit Adipositas reguliert das Insulin das Essverhalten allerdings nicht mehr richtig, eine Insulinresistenz entsteht. „Interessanterweise zeigt das Gehirn bei unseren gesunden Studienteilnehmern eine ähnliche Abnahme der Empfindlichkeit gegenüber Insulin nach kurzzeitiger hoher Kalorienzufuhr, wie bei Menschen mit krankhaftem Übergewicht“ stellt Frau Kullmann fest.</p>
<p class="Flietext">„Dieser Effekt ist sogar eine Woche nach Rückkehr zu einer ausgewogenen Ernährung zu beobachten“, ergänzt sie. Sie ist darüber hinaus stellvertretende Leiterin der Abteilung Metabolic Neuroimaging beim DZD-Partner Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen.</p>
<h2 class="Flietext">Fokus auf das Gehirn</h2>
<p class="Flietext">„Wir gehen davon aus, dass sich die Insulinreaktion des Gehirns an kurzfristige Änderungen der Ernährung anpasst, bevor überhaupt eine Gewichtszunahme eintritt und somit die Entwicklung von Übergewicht und weiterer Folgeerkrankungen begünstigt“, schlussfolgert Prof. Dr. Andreas Birkenfeld, Ärztlicher Direktor der Inneren Medizin IV, Direktor des IDM und DZD-Vorstand sowie Letztautor der Studie. Auf Grund der neuen Erkenntnisse fordert er, dass die Forschung zum Beitrag des Gehirns für die Entstehung von Adipositas und weiterer Stoffwechselerkrankungen verstärkt werden muss.</p>
<h2 class="Flietext">Kurzer Zeitraum mit weitreichender Wirkung</h2>
<p class="Flietext">An der Studie nahmen 29 männliche Freiwillige mit Normalgewicht teil, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die erste Gruppe musste an fünf aufeinanderfolgenden Tagen zu ihrer normalen Ernährung zusätzlich 1500 kcal in Form von hochverarbeiteten, kalorienreichen Snacks zu sich nehmen. Die Kontrollgruppe verzichtete auf die zusätzlichen Kalorien. Nach einer Eingangsuntersuchung wurden beide Gruppen an zwei unterschiedlichen Zeitpunkten untersucht. Eine Untersuchung erfolgte direkt nach der fünftägigen Phase und eine zweite erfolgte nachdem die erste Gruppe sieben Tage lang wieder zu ihrer normalen Ernährung zurückkehrte. Mittels Magnetresonanztherapie (MRT) untersuchten die Forschenden die Insulinempfindlichkeit im Gehirn sowie den Fettgehalt der Leber. Nicht nur stieg der Fettgehalt der Leber der ersten Gruppe nach fünftägiger erhöhter Kalorienzufuhr signifikant an. Erstaunlicherweise hielt auch die deutlich geringere Insulinempfindlichkeit im Gehirn im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Woche nach Rückkehr zur normalen Ernährung an. Dieser Effekt war bislang nur bei krankhaft übergewichtigen Menschen zu beobachten.</p>
<p>&nbsp;</p><div class="well"><h3>Original-Publikation</h3>
<p>Kullmann et al., 2025: A short-term, high-caloric diet has prolonged effects on brain insulin action in men. Nature Metabolism. DOI: <a href="https://www.nature.com/articles/s42255-025-01226-9" target="_blank" rel="noreferrer">42255-025-01226-9</a></p></div>]]></content:encoded>
              
            
              
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                <category>New Research Findings</category>
              
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            <pubDate>Fri, 09 Feb 2024 09:16:09 +0100</pubDate>
            <title>Auf der Suche nach der besten Medizin</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/auf-der-suche-nach-der-besten-medizin</link>
            <description>Geschlechtsspezifische Forschung</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>Personalisierte Medizin</category>
              
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            <pubDate>Thu, 02 Jun 2022 09:44:57 +0200</pubDate>
            <title>Stephanie Kullmann erhält den Ferdinand-Bertram-Preis 2022</title>
            <link>https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/stephanie-kullmann-erhaelt-den-ferdinand-bertram-preis-2022</link>
            <description>Die Helmholtz Munich Wissenschaftlerin Stephanie Kullmann wird mit dem diesjährigen Ferdinand-Bertram-Preis der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ausgezeichnet. Die DDG würdigt damit ihre Forschung zur Rolle von zentralnervösen Prozessen bei der Prävention und Behandlung von Diabetes.</description>
            
                <content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;In den vergangenen Jahren konnte die Preisträgerin zeigen, dass die Wirkung von Insulin im menschlichen Gehirn eine wichtige Rolle für den peripheren Stoffwechsel und das Essverhalten darstellt. Ihre derzeitigen Forschungsprojekte beschäftigen sich insbesondere mit der Fragestellung, ob und wie die Insulinsensitivität des Gehirns verbessert werden kann. Erste Studienergebnisse zeigen, dass die Insulinresistenz des Gehirns behandelt werden kann – mit positiven Auswirkungen für den Stoffwechsel des gesamten Körpers. 
</p>
<p>Stephanie Kullmann ist seit 2014 Wissenschaftlerin am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen und leitet dort die Gruppe für „Metabolic Neuroimaging“. Ihre wissenschaftliche Karriere begann sie nach ihrem Bachelor-Studium der Biologie an der Lee University in den USA und einem anschließenden Masterstudium in „Neuro- und Verhaltenswissenschaften“ an der International Max Planck Research School an der Universität Tübingen. Als Doktorandin forschte sie am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen. 2013 promovierte die Preisträgerin dort in Neurowissenschaften, 2019 habilitierte sie sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Seit 2020 ist Stephanie Kullmann Mitglied der Studienkommissionen des Graduate Training Centre of Neuroscience der International Max Planck Research School an der Universität Tübingen. 
</p>
<p>Über den Preis
</p>
<p>Der mit 20.000 Euro dotierte Ferdinand-Bertram-Preis wird seit 1963 zu Ehren des 1960 verstorbenen Diabetologen Ferdinand Bertram verliehen und von der Firma Roche Diabetes Care Deutschland GmbH gestiftet. &nbsp;</p>]]></content:encoded>
              
            
              
                <category>Awards &amp; Grants</category>
              
                <category>Diabetes</category>
              
                <category>IDM</category>
              
            
            
              
              
              
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