Abgeschlossene Projekte

Gesundheitsökonomische Analyse einer nicht-medikamentösen Aktivierungsmaßnahme für Menschen mit Demenz in der Tagespflege mit telefonischer Angehörigen-Kurzintervention zur Stärkung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf („DeTaMAKS“).
Leiter/in, Team:Dr. H. Seidl, Prof. Dr. R. Holle
Projektträger:GKV-Spitzenverband und das Bayerische Ministerium für Gesundheit
Laufzeit:3 Jahre
ISRCTN Register No.:16412551
Kurzbeschreibung:Menschen mit Demenz und deren Angehörige möchten einen Heimübertritt und den damit einhergehenden Verlust an Selbstständigkeit möglichst weit in die Zukunft verschieben. Oft ist es den Angehörigen aber nicht möglich, die Pflege komplett zu übernehmen. Eine Alternative wäre das bislang wenig genutzte Angebot der Tagespflege. Durch gezielte Förderung der Betroffenen in diesen Einrichtungen, könnten alltagspraktische Fähigkeiten länger aufrechterhalten und somit die häusliche Versorgung erleichtert und ein Heimbesuch verzögert werden.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Elmar Gräßel und Priv.-Doz. Dr. Katharina Luttenberger vom Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung, Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg soll mit einer Cluster-randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Verlaufsstudie untersucht werden, ob ein Nicht-Medikamentöses Aktivierungstraining die Selbstständigkeit der Patienten erhält.

Das IGM leitet die Auswertung ökonomischer Fragestellungen wie die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und die Auswirkungen auf die Lebensqualität der Angehörigen.
Zielsetzung:Hauptziel der Intervention sind Förderung und Erhalt alltagspraktischer Fähigkeiten von Menschen mit leichter oder mittelschwerer kognitiver Beeinträchtigung. Die Studie erfasst diese Zielgröße für den 6-monatigen Interventionszeitraum mit dem E-ADL Test und dem MoCa.
Als sekundäre Zielgröße wird die subjektive Belastung der pflegenden Angehörigen gemessen. In der 2-Jahresauswertung wird außerdem die Dauer der häuslichen Versorgung als Surrogat-Parameter für die Verzögerung des Heimübertritts erfasst.

Als gesundheitsökonomische Outcomes werden Lebensqualität sowie die Kosten für die Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen durch Demenzkranke und Angehörige erhoben.
Vorgehen:Es werden 32 teilnehmende Tagespflegeeinrichtungen aus vier verschiedenen Bundesländern randomisiert und insgesamt 346 Tagespflegebesucher mit leichter bis mittelschwerer Demenz oder Demenzverdacht sowie deren pflegende Angehörige in die Studie aufgenommen.

Die Datenerhebung erfolgt durch telefonische Befragung der pflegenden Angehörigen zu Beginn und nach 6, 12 und 24 Monaten sowie durch schriftliche Befragung der Tagespflege-Einrichtungen zu Beginn, nach 12 und 24 Monaten.

Das IGM evaluiert die Kosten der Gesundheitsversorgung für die Angehörigen sowie für die Demenzkranken und ermittelt die mittleren Kostenunterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe.
Die generische gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten und dem pflegenden Angehörigen wird mit dem EQ-5D-5L und der EQ visuellen Analogskala (VAS) gemessen.