Sozialversicherung für Beschäftigte

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Soziale Sicherheit in Deutschland

Das soziale Netz der Bundesrepublik Deutschland ist eines der leistungsstärksten Sozialsysteme der Welt. Neben der öffentlichen Versorgung und der staatlichen Fürsorge spielt dabei die Sozialversicherung eine herausragende Rolle. Über 90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sind sozialversichert und dadurch vor Lebensrisiken geschützt, die jeden treffen können. 

Die fünf Sparten der Sozialversicherung

  • Die gesetzliche Krankenversicherung unterstützt die Gewährleistung und Wiederherstellung der Gesundheit und lindert die Folge von Krankheit.
  • Die gesetzliche Unfallversicherung  ist zuständig für die medizinische Rehabilitation im Falle eines (Arbeits-) Unfalls. Die gesetzliche Pflegeversicherung sichert dauerhaft pflegebedürftigen Menschen finanzielle Unterstützung zu.
  • Die gesetzliche Rentenversicherung sichert die Mitglieder im Alter mit  Gewährung einer monatlichen  Rente ab sowie im Falle von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit und im Falle des Todes deren Hinterbliebene.
  • Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung gewährleistet die existenzielle Sicherheit im Falle einer Arbeitslosigkeit.

Die 5 Sparten im Detail

Krankenversicherung

Für alle internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist während des Aufenthalts in Deutschland eine in Deutschland gültige Krankenversicherung verpflichtend. Die Ausländerbehörden verlangen für die Aufenthaltsgenehmigung den Nachweis, dass Sie ausreichend krankenversichert sind. Bitte beachten Sie, dass der Versicherungsschutz vom ersten Tag an in Deutschland bestehen muss.

Wenn Sie für einen kurzfristigen Forschungsaufenthalt (bis zu 90 Tagen) mit einem Schengen-Visum einreisen, wird in der Regel eine Reisekrankenversicherung für alle Schengen-Staaten mit einer Deckungssumme von mindestens 30.000 € gefordert. Für längerfristige Aufenthalte mit Aufenthaltserlaubnis brauchen Sie umfassenden Krankenversicherungsschutz der dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen muss. Sollten Sie eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland benötigen, ist eine deutsche Krankenversicherung verpflichtend. 

Alle gesetzlichen Krankenkassen erheben im Prinzip einen einheitlichen Beitragssatz. Gesetzliche Krankenkassen unterscheiden sich aber in den angebotenen Leistungen und können neben dem Beitragssatz eine Zusatzprämie verlangen.

Gesetzliche Krankenkassen sind u.a.:

  • AOK Bayern
  • Techniker Krankenkasse
  • SBK  München
  • DAK München

 Sie haben einen Arbeitsvertrag  am Helmholtz Zentrum München

In diesem Fall besteht für Sie im Normalfall Versicherungspflicht bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Diese können  Sie frei wählen. Sollten Sie keine gesetzliche Krankenkasse wählen, werden Sie automatisch bei der AOK versichert. Für den Fall, dass Ihr Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze (2018: 59.400 EUR) liegt,  besteht für Sie keine Versicherungspflicht bei einer gesetzlichen Krankenkasse und Sie können sich privat oder freiwillig bei einer Krankenkasse Ihrer Wahl versichern lassen.

 Bei allen privaten Krankenversicherern erfolgt eine individuelle Risikoprüfung. Ein Bestandteil der Prüfung ist die Abfrage des Gesundheitszustandes und nach Vorerkrankungen. Antragsteller müssen Angaben zu den Behandlungen in den letzten drei bis zehn Jahren vornehmen. Stellt sich bei der Antragsprüfung heraus, dass die Vorerkrankung nicht zu den normalen Konditionen versichert werden kann, bemüht sich die private Krankenversicherung (PKV) um ein Angebot in Form eines Beitragszuschlags. Je nach Art und Zeitpunkt der Erkrankung kann der Zuschlag fünf oder bis zu 50 Prozent ausmachen.

Gesetzliche Krankenkassen: https://www.krankenkassen.de/,
Private Krankenkassen: https://www.1averbraucherportal.de/versicherung/private-krankenversicherung/liste,
Vergleich privat/gesetzlich: https://www.test.de/Krankenversicherung-Privat-oder-gesetzlich-Der-Vergleich-4201674-0/  

Private Krankenversicherung

Was müssen Sie beachten?

Wenn Sie den Versicherungsschutz für eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung beantragen, müssen von Ihnen zuvor sämtliche Angaben zu den gestellten Gesundheitsfragen richtig und vollständig beantwortet werden, andernfalls ist  die Krankenversicherung zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt. Dies gilt vor allem dann, wenn eine nicht angegebene Vorerkrankung in direktem Zusammenhang mit einer Nacherkrankung steht. Bei bestimmten Vorerkrankungen können vom Versicherungsunternehmen ärztliche Untersuchungen, Beitragszuschläge oder auch Leistungsausschlüsse verlangt werden. Bei einem geplanten Wechsel der Krankenversicherung sollten Sie daher erst die Annahme des Antrages durch die neue Versicherung abwarten, bevor Sie die bestehende Versicherung kündigen.

Vergleichen Sie vor Abschluss einer Krankenversicherung genau die Tarife. Auch wenn man nur 20 Euro im Jahr einspart besteht eine Krankenversicherung zumeist ein Leben lang. Bei 50 Jahren Versicherungslaufzeit ergibt ein Jahresunterschied von 20 Euro wertvolle 1.000 Euro Ersparnis. (Link zum kostenlosen Versicherungsvergleich: http://www.wissen-private-krankenversicherung.de/anbieter-vergleichen). Vereinbaren Sie im ambulanten Bereich eine Krankenvollversicherung. Mit Selbstbehalten, können Sie ebenfalls eine Menge Geld einsparen: Je höher der vereinbarte Selbstbehalt ist, desto günstiger fällt der Beitrag aus. (Beispiel: Für einen Mann mit 33 Jahren können sich die Kosten zum Versicherungsschutz bei angenommener Selbstbeteiligungshöhe von 600 Euro um ca. 60-80 Prozent reduzieren!) Mit einer Selbstbeteiligung tragen Sie innerhalb eines Kalenderjahres alle anfallenden Kosten bis zum Erreichen des Eigenanteiles selbst. Alles, was an Behandlungskosten die Eigenanteilsumme übersteigt, wird dann von der Krankenkasse übernommen.

Bei Abschluss einer Krankenversicherung sollten Sie zudem die Wartezeiten beachten. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung gilt in der privaten Krankenversicherung eine allgemeine Wartezeit von 3 Monaten für neu abgeschlossene Verträge. Innerhalb dieser Frist besteht kein Versicherungsschutz, auch wenn Sie in dieser Zeit schon Beiträge entrichten müssen! Dies gilt jedoch nicht für unfallbedingte Behandlungen. Eine 8-monatige Wartezeit besteht hingegen für Entbindungen, Psychotherapien und zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlungen, sowie Zahnersatzbehandlungen. Auf Wunsch können die Wartezeiten erlassen werden, wenn Sie sich auf Ihre Kosten ärztlich untersuchen lassen. Klären Sie diesen Punkt in jedem Fall mit Ihrer neuen Krankenversicherung ab, um die genauen Untersuchungsarten zu erfragen. 

Bei Personen mit Vorerkrankungen erfolgt bei allen privaten Krankenversicherern eine individuelle Risikoprüfung. Ein Bestandteil der Prüfung beinhaltet die Abfrage des Gesundheitszustandes. Antragsteller müssen Angaben zu den Behandlungen in den letzten drei bis zehn Jahren vornehmen. Stellt sich bei der Antragsprüfung heraus, dass die Vorerkrankung nicht zu den normalen Konditionen versichert werden kann, bemüht sich die PKV um ein Angebot in Form eines Beitragszuschlags. Je nach Art und Zeitpunkt der Erkrankung kann der Zuschlag fünf oder 50 Prozent ausmachen.

Wenn sich der Versicherungsbeginn unmittelbar an das Ende der Vorversicherung anschließt, entfallen die Wartezeiten für den Grundtarif, bzw. lassen sich diese anrechnen. Die Vorversicherung muss allerdings mindestens 3 Monate ununterbrochen bestanden haben. 

Lassen Sie sich bei einer Beratung zu einer privaten Krankenversicherung präzise erläutern, welche Leistungen mit dem angebotenen Tarif abgedeckt sind.  Desweiterem empfehlen wir Ihnen sich Angebote von verschiedenen privat Krankenversicherungsunternehmen einzuholen und diese im Hinblick auf Kosten und Leistung zu vergleichen.

Link mit Checklisten zu a) sinnvollen und b) ergänzenden Leistungen:

https://www.1averbraucherportal.de/versicherung/private-krankenversicherung/leistungen 

Welche Probleme kann es geben

Grundsätzlich keine. Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung mit seinem Jahresgehalt die Versicherungspflichtgrenze (allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 2016 (geplant): 56.250 €) überschreitet, kann auf eigenen Wunsch zu einer privaten Krankenversicherung (PKV) wechseln.

Wer den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wagt, trifft aber eine folgenschwere Entscheidung
Die Aufnahme in eine Private Krankenversicherung erfolgt abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand und eventueller Vorerkrankungen. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse  erheben die Privatversicherungen für jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag. Einheitstarife, wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nicht. Weitere Problemfelder:

  • Wartezeit bis zum Beginn des Versicherungsschutzes
  • Kein Kinder-Krankengeld durch die Krankenkasse
  • Beitragserhöhungen (bei Prämienerhöhungen gibt es kein gesetzliches Limit)
  • Leistungsablehnungen und Kürzungen der eingereichten Rechnungen sind möglich.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist häufig eine Entscheidung für das Leben

Ein Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung bleibt Selbstständigen verwehrt. Arbeitnehmer können wenn ihr Brutto-Jahresgehalt unter die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) fällt und sie nicht älter als 55 Jahre sind, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

Ab der Vollendung des 55. Lebensjahres ist der Wechsel von einer privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung nach § 6 Abs. 3a SGB 5 nicht mehr möglich. 

Unfallversicherung

Unter Unfallversicherung versteht man im deutschen Gesundheitssystem eine Versicherung gegen die Folgen eines Unfalls sowohl die akuten wie medizinischer Notfall oder die längerfristigen in Form einer leichten oder schweren Invalidität sowie solche mit Todesfolge. Die Unfallversicherung deckt nur eigene Schäden und die der Mitversicherten ab.

Unfallversicherungen decken im Allgemeinen die medizinischen Kosten (Erstversorgung , Heilbehandlung und Rehabilitation),   unfallverbundene Kosten wie den Krankentransport sowie  längerfristige Folgekosten, wie Abgeltungen für eine bleibende körperliche Beeinträchtigung (im Sinne eines Schmerzensgeldes), soziale Hilfen wie Übergangsgelder in der Erstphase nach dem Unfall, Betreuungsbedarf (Pflegegelder) oder Umschulungen bei branchenbedingter Berufsunfähigkeit, bis hin zu Versehrtenrenten und Sterbegeld für die Hinterbliebenen ab. Der genaue Umfang der Leistungen hängt vom Versicherungsvertrag ab, sowohl bei staatlich-öffentlichen wie bei privaten Versicherungen und Versicherungssystemen.

Eine Besonderheit ergibt sich bei Folgen eines selbstverschuldeten Unfalls, die  nicht von einer Haftpflichtversicherung gedeckt sind. Hier kann es – je nach Umständen und Vertragsbedingungen – zu Regressforderungen seitens des Unfallversicherungsträgers kommen.
Bei Arbeitsunfällen ist in der Regel die zuständige Berufsgenossenschaft für die Übernahme der Kosten zuständig (Die Finanzierung der Berufsgenossenschaft erfolgt ausschließlich über den Arbeitgeber).

Rentenversicherung

Während Ihres Beschäftigungsverhältnisses werden die Pflichtbeiträge von Ihrem Arbeitgeber über die Entgeltabrechnung einbehalten und an die zuständige Stelle überwiesen. Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland ist die Deutsche Rentenversicherung. Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Zweig des gegliederten Sozialversicherungssystems, der vorwiegend der Alterssicherung von Beschäftigten dient.

Voraussetzung für die Gewährung einer Rente

Weitergehende Informationen über die Gewährung von Renten finden Sie unter den folgenden Links der Deutschen Rentenversicherung Bund (z.B. die Erfüllung der erforderlichen Wartezeit, welche eine gesamte Beschäftigungsdauer von 5 Jahren voraussetzt): Mehr...

Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder

Für Beschäftigte des Helmholtz Zentrums München gibt es zusätzlich zu der gesetzlichen Rentenversicherung die Möglichkeit, eine betriebliche Altersversorgung aufzubauen. Dies ist bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit einer eigenen finanziellen Beteiligung möglich.
Besonderheiten für Wissenschaftler werden Ihnen bei der Übergabe Ihrer Vertragsunterlagen von Ihrem zuständigen Personalmanager erläutert.

Mehr Informationen über betriebliche Altersvorsorge erhalten Sie hier.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung gehört zur Gruppe der Sozialversicherungen und sichert das Risiko der  Pflegebedürftigkeit ab. Tritt der Versicherungsfall Pflegebedürftigkeit ein, erbringt die Versicherung Geld- oder Sachleistungen, um die erforderliche Pflege ganz oder teilweise zu gewährleisten. Die Leistungen umfassen im Allgemeinen sowohl die stationäre wie auch die häusliche Pflege.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist eine Pflichtversicherung. Versichert sind alle Personen, die einer bezahlten, mehr als geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Das betrifft alle Beschäftigten gleichermaßen sowie auch die Auszubildenden. Die Finanzierung erfolgt durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber in gleicher Höhe. Im Falle einer Arbeitslosigkeit zahlt die Bundesagentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen (Erfüllung der Wartezeit) ein Arbeitslosengeld für maximal 24 Monate (abhängig vom Alter und der Beschäftigungsdauer). Informationen und Antragstellung erhalten Sie unter: https://www.arbeitsagentur.de/

Quelle