Medirad

Projekttitel: MEDIRAD - Implications of Medical Low Dose Radiation Exposure
Laufzeit: 1.6.2017 – 31.05.2021
Fördernde Institution: European Commission - Horizon 2020, Call NFRP-2016-2017
Zuschussfähige Kosten 10.0 MEUR, 32 Partner HMGU-ISS 0.43 MEUR
Ansprechpartner: Dr. Christian Kaiser, Dr. Cristoforo Simonetto

MEDIRAD ist darauf ausgerichtet, die wissenschaftlichen Grundlagen und die klinischen Anwendungen im Strahlenschutz (RP) im medizinischen Bereich zu verbessern und befasst sich so mit dem Bedarf, die Gesundheitseffekte von ionisierender Niedrigstrahlungsexposition durch diagnostische und therapeutische Bildgebungsverfahren und von unspezifischen Effekten in der Strahlentherapie (RT) zu verstehen. MEDIRAD wird drei große operative Ziele verfolgen: Als erstes wird es die Erfassung und Dosiseinschätzung für Organe verbessern, die Dosierungen optimieren, Empfehlungen aussprechen und die angemessene Dosimetrie für klinisch-epidemiologische Studien zu den Effekten von medizinischer Strahlung anbieten. Das zweite Ziel ist, die Effekte medizinischer Exposition zu evaluieren und zu verstehen, wobei der Focus dabei auf den zwei großen Endpunkten der öffentlichen Gesundheitsrelevanz liegt: Die kardiovaskulären Effekte von niedriger bis moderater Strahlungsdosierung durch Strahlentherapie bei der Behandlung von Brustkrebs, inkl. dem Verständnis der Mechanismen, und die langfristigen Auswirkungen auf das Krebsrisiko durch niedrige Dosen beim CT von Kindern. Als Drittes wird MEDIRAD wissenschaftlich-basierte Empfehlungen zur Konsens-Richtlinie entwickeln um die Patienten, die Arbeiter und die allgemeine Öffentlichkeit zu schützen. Innerhalb des vierjährigen Projektes wird ein multidisziplinäres Konsortium in enger Zusammenarbeit mit den europäischen medizinischen Organisationen MELODI und EURARDOS (1) ein Instrument zur Bestimmung der Bildqualität entwickeln um die Optimierung der RP bei der medizinischen Bildgebung auf ein Höchstmaß zu bringen, (2) neue individuelle organische / anatomische Struktur-Dosimetrie von Brust CT, I131 Verwaltung, durch Fluoroskopie geleitete Prozeduren, hybride Bildgebungsverfahren und RT für Brustkrebs und Zwischenglieder mit Bild-Qualitätsmaßnahmen entwickeln und verbessern, (3) epidemiologische Studien zu den Konsequenzen von RT und CT durchführen, (4) potentielle neue Bildgebungsverfahren und laufende Biomarker und Mechanismen der Strahlungseinwirkungen identifizieren, (5) innovative Risikomodelle entwickeln, (6) erstmalig einen europäischen Speicherort für Patientendosierung und Bildgebungsdaten implementieren und entwickeln, (7) wissenschaftlich basierte Empfehlungen hervorbringen und (8) neue Konzepte einführen um die nuklearen und medizinischen Sektoren zusammenzubringen. Unsere Arbeitsgruppe leitet Task 4.3 zur ‘Kardiovaskulären Risikomodellierung‘ von MEDIRAD. Diese Task beinhaltet zwei Teilprojekte mit dem Ziel, Risikomodelle für nachteilige Gesundheitseffekte auf das kardiovaskuläre Systems aufgrund von Strahlentherapie zu entwickeln. Endpunkte für diese Risikomodelle sind die Wahrscheinlichkeit normaler Weichgewebskomplikationen wie beispielsweise akute koronare Ereignisse (ACEs) und kardiovaskuläre Krankheiten (CDVs), mit Arteriosklerose als zugrundeliegender Erkrankung (Schlaganfall, Herzinfarkt). Modelle für andere CVDs (z.B. Herzinsuffizienz) werden erarbeitet werden falls relevante Krankheitsbiomarker auf einen Zusammenhang mit diesen CVDs hindeuten. Die Modellentwicklung folgt einer integrativen Annäherung zwischen kombinierter Strahlenepidemiologie und der molekularen Systembiologie. Konzepte für mechanistische Modelle werden durch die Integration der Ergebnisse statistischer Analysen von molekularen Daten auf Profilen von Genexpression und Netzwerkanalyse entwickelt werden.