„Reshape Adipocytes“ – Epigenetische Modulation der Adipozytenfunktion
Fettgewebe ist ein endokrines Organ, das eine zentrale Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt. Der Körper verfügt über verschiedene Fettgewebsdepots, die sich in ihrer zellulären Zusammensetzung und Funktion unterscheiden. Bei Menschen mit Adipositas kann eine Vergrößerung und funktionelle Veränderung dieser Depots die Stoffwechselgesundheit beeinträchtigen und zur Entwicklung kardiovaskulärer und metabolischer Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes beitragen.
Im EKFS-geförderten Projekt „Reshape Adipocytes“ untersucht Maria Keller, wie die Plastizität von Fettzellen durch gezielte Eingriffe in die DNA-Methylierung (DNAm) beeinflusst werden kann. Ziel ist es, neue Strategien zu identifizieren, um metabolischen Komplikationen wie Insulinresistenz entgegenzuwirken. Da genetische Faktoren allein die Funktionsstörungen des Fettgewebes nicht vollständig erklären können, bietet epigenetisches Editing einen vielversprechenden Ansatz zur Entwicklung neuer therapeutischer Optionen. Langfristig soll das Projekt den Weg für gewebespezifische, personalisierte Therapien ebnen.
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert jährlich medizinische Forschungsprojekte sowie medizinisch-humanitäre Projekte in Entwicklungsländern. „Reshape Adipocytes“ wird im Rahmen der Förderlinie „Erst- und Zweitantragstellung“ finanziert, die Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich der Medizin auf ihrem Weg in die wissenschaftliche Unabhängigkeit begleitet.
Lipidomische Einblicke in die Gesundheit des Fettgewebes
Fettgewebe ist mehr als ein Speicher für überschüssige Kalorien – es handelt sich um ein aktives Organ, das über Hormone und Stoffwechselsignale mit anderen Organen kommuniziert. Dennoch ist wenig darüber bekannt, wie verschiedene Fettdepots und ihre Lipidzusammensetzung Blutlipidprofile und damit das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen.
Das DZD-geförderte Verbundprojekt ziel darauf ab, diese Wissenslücke zu schließen, indem Lipidanalysen von Fettgewebe und Blut mit der Bestimmung von fettgewebsspezifischen DNA-Fragmenten (Liquid Biopsies) kombiniert werden. Dieser Ansatz soll klären, welche Fettdepots besonders stark zur Zusammensetzung des Blutlipidprofils beitragen. Zudem wird die Rolle von Nahrungsfetten in diesen Prozessen untersucht. Langfristig wollen die Forschenden blutbasierte Biomarker entwickeln, die eine frühzeitige Erkennung von Fettgewebsstörungen und eine präzise Risikobewertung für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglichen.
Dieses Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Dr. Fabian Eichelmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) fördert die Zusammenarbeit zwischen den DZD-Partnerstandorten mit dem Ziel, verschiedene Expertisen und Ressourcen zu bündeln, um gemeinsam Fragestellungen der translationalen Diabetesforschung zu untersuchen.