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Helmholtz Munich | Stefanie Winkler

Helmholtz Munich beteiligt an Nationaler Strategie für Gen- und Zelltherapien

Transfer, IDR, VIRO,

Am 12. Juni 2024 wurde im Futurium in Berlin die Nationale Strategie für Gen- und Zelltherapien vorgestellt.

Das Strategiepapier, erarbeitet vom Berlin Institute of Health (BIH) at Charité im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), vereint Beiträge von rund 150 Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Bei der Veranstaltung wurde das Papier an Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger übergeben. Es folgten Diskussionen und Vorträge, unter anderem von Prof. Ulrike Protzer, Leiterin der Virologie bei Helmholtz Munich. Ziel der Strategie ist es, gesellschaftsrelevante Fortschritte im Bereich der gen- und zellbasierten Therapien zu fördern.

Gen- und Zelltherapien, kurz GCT, haben das Potenzial, schwerwiegende Krankheiten auf molekularer Ebene zu behandeln und kausal zu heilen. Durch gezielte genetische Modifikationen und die Verwendung von körpereigenen oder externen Zellen bieten GCT personalisierte Behandlungsansätze, die über traditionelle Methoden hinausgehen. Insbesondere bei Krebs, genetischen Störungen und degenerativen Erkrankungen könnten diese Therapien vielversprechende Fortschritte erzielen und neue Möglichkeiten für nachhaltige Heilung, auch für bisher nicht-therapierbare Krankheiten, eröffnen.

Experten sehen Nationale Strategie als Wegbereiter

Der Diabetesforscher Prof. Heiko Lickert, Leiter am Institut für Diabetes- und Regenerationsforschung bei Helmholtz Munich, setzt in seiner Arbeit selbst auf Zelltherapien. Mithilfe kleiner, im Labor aus Stammzellen hergestellten Organe – sogenannten Organoiden – will er neue, gesunde patientenspezifische Betazellen herstellen, die Menschen mit Diabetes dringend benötigen. Die Nationale Strategie für Gen- und Zelltherapien, bei der er als Experte im Handlungsfeld „Forschung- und Entwicklung“ mitwirkte, sieht er positiv: „Die Nationale Strategie für Gen- und Zelltherapien ist zukunftsweisend. Sie bereitet den Innovationsstandort Deutschland darauf vor, neue Therapieformen aus der Grundlagenforschung direkt in die Klinik zu überführen. So kommen wir Zellersatztherapien zur Behandlung degenerativer Krankheiten wie Typ-1-Diabetes, Parkinson, Blindheit oder Herzinfarkt einen großen Schritt näher.“

Zelltherapien werden bereits erfolgreich bei Tumorerkrankungen eingesetzt und haben großes Potential auch für Infektionserkrankungen. Prof. Ulrike Protzer, die als Leiterin der Arbeitsgruppe „Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung“ bei der Übergabe der Strategie an das BMBF dabei war, sieht neben dem Potenzial auch Handlungsbedarf: „Damit Deutschland in der Entwicklung von gen- und zellbasierten Therapien international eine Spitzenposition einnehmen und mehr Investoren anziehen kann, müssen wir Wissen bündeln und gezielt mit den existierenden Unternehmen in dem Bereich zusammenarbeiten. Ausgründungen müssen attraktiver werden, durch klare Bedingungen für Gründer und Institutionen, durch die Unterstützung im frühen Stadium, in dem man kein Geld verdienen kann, und durch die Anerkennung von Transferleistung bei Evaluationen! Die Möglichkeiten für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland sowie für Millionen von Patientinnen und Patienten sind enorm.“