Plastiaksackerl mit Lebensmittel in Sichtverpackung aus Plastik.

Die metabolische und molekulare Charakterisierung nach der Aufnahme von DINCH über die Nahrung zeigt neue Erkenntnisse über seine Rolle als Stoffwechsel-störende Chemikalie

HI-MAG

Kunststoffe sind überall zu finden, was zu einer ständigen Exposition gegenüber Chemikalien führt, die in Kunststoffen verwendet werden, wie beispielsweise Weichmachern. Diese Chemikalien, die Kunststoffe flexibler machen, können mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht werden, da sie den Stoffwechsel des Körpers stören können.

Als Ersatz für schädliche Chemikalien wie Phthalate (z. B. DEHP), die aufgrund ihrer bekannten Gesundheitsrisiken verboten wurden, werden nun Alternativen wie Diisononylcyclohexan-1,2-dicarboxylat (DINCH) verwendet. DINCH gilt zwar als sicherere Alternative zu Phthalaten und wurde in Tierversuchen nicht mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht, doch neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eines seiner Stoffwechselprodukte das Wachstum von Fettzellen stimulieren und deren Funktion beeinträchtigen könnte. Die vollständigen Auswirkungen von DINCH auf den Körper lebender Organismen sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Matthias Blüher vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) der Helmholtz-Zentrum München und Martin von Bergen vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH untersuchte, wie DINCH das Fettgewebe und die allgemeine Körperfunktion von Mäusen beeinflusst.  

In einer Studie, an der Sontje Krupka in ihrer Doktorarbeit mitgearbeitet hat, wurde festgestellt, dass sich DINCH und seine Metaboliten auch nach einer Erholungsphase im Fett- und Lebergewebe anreichern. Darüber hinaus untersuchten sie geschlechtsspezifische Stoffwechselveränderungen, darunter Auswirkungen auf die Insulinsensitivität und den Fettstoffwechsel. Veränderungen im Energiestoffwechsel und in der Immunantwort deuten zudem auf umfassendere systemische Auswirkungen von DINCH hin.

Während DINCH weithin als sicherere Alternative zu DEHP verwendet wird, trägt diese Forschung zu einem besseren Verständnis seiner metabolischen Auswirkungen bei und liefert wichtige Informationen für zukünftige Risikobewertungen. Diese Arbeit wurde im Rahmen des SFB 1052 „Mechanismen der Adipositas“ durchgeführt und finanziert.