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Helmholtz Munich / Matthias Balk
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Tierversuche

Wir forschen für eine gesündere Zukunft. Unser Ziel ist es, neue Therapien zu entwickeln und den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Dafür brauchen wir Tierversuche und tierversuchsfreie Methoden.

Wir forschen für eine gesündere Zukunft. Unser Ziel ist es, neue Therapien zu entwickeln und den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Dafür brauchen wir Tierversuche und tierversuchsfreie Methoden.

3R-Prinzip

Helmholtz Munich folgt dem "3R-Prinzip" - Replace (Vermeiden), Reduce (Verringern), Refine (Verbessern). Nach diesen ethischen Handlungsgrundsätzen führen wir unsere Forschung mit Tieren durch. Es ist unser Ziel, so wenig Tiere wie möglich einem Minimum an Belastung auszusetzen. Mithilfe neuer Technologien können wir die Zahl der Tierversuche reduzieren und teilweise bereits ganz darauf verzichten. Dies ist beispielweise durch den Einsatz von Organoiden, künstlich hergestellter Mini-Organe, möglich. Tierversuche werden immer nur dann durchgeführt, wenn keine Alternativen zur Beantwortung der wissenschaftlichen Frage zur Verfügung stehen und nachdem die zuständige Behörde unter Einbeziehung einer Kommission (nach §15 TierSchG) den Tierversuch genehmigt hat. Mit unserer Forschung in den Bereichen Bioengineering, künstliche Intelligenz und medizinische Bildgebung beschleunigen wir den Trend zur tierversuchsfreien Forschung.

Initiativen

Helmholtz Munich ist Teil mehrerer Initiativen, die faktenbasiert über Tierversuche an öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen informieren. Wir beteiligen uns am gesellschaftlichen Dialog über Tierversuche und Tierschutz und kommunizieren unsere Forschungsmethoden transparent.

FAQs

Unsere Versuchstiere werden gemäß der Vorgaben der EU-Richtlinie 2010/63/EU, der ETS123 (Anhang A), dem deutschen Tierschutzgesetz und der deutschen Tierschutzversuchstierverordnung gehalten. In einem Käfig mit 501 Quadartzentimetern Grundfläche sind z.B. maximal 5 adulte Mäuse mit Einstreu aus Holzfasern, einem Unterschlupf und Nistmaterial untergebracht. Futter und Wasser sind jederzeit frei zugänglich. Die Tiere werden mindestens einmal täglich kontrolliert und alle ein bis zwei Wochen auf neue Einstreu gesetzt. Die Haltung der Versuchstiere ist durch die Erteilung einer Erlaubnis nach §11 des Tierschutzgesetzes vom zuständigen Veterinäramt genehmigt. Die Tierhaltung wird durch die Veterinärämter in regelmäßigen Abständen in nicht angekündigten Besuchen kontrolliert.

 

Tierversuche dürfen immer nur dann durchgeführt werden, wenn keine alternative Methode für die wissenschaftliche Frage zur Verfügung steht. Dafür stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Behörde einen ausführlichen, wissenschaftlich und ethisch begründeteten Antrag. Erst nach Einbeziehung einer Kommission (nach §15 TierSchG) und Genehmigung durch die Behörde dürfen Forschende Tierversuche durchführen. Wissenschaftliche Fragen die beispielsweise die Vererbung, das Zusammenspiel im Gesamtorganismus, das soziale Verhalten oder höhere Gehirnleistungen betreffen, lassen sich tierversuchsfrei in verschiedenen Aspekten noch nicht beantworten. Helmholtz Munich entwickelt selbst sowohl in silico als auch in vitro Verfahren, die Alternativen zu Tierversuchen sein können. Außerdem hat unser Forschungszentrum eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Tieruntersuchungen und -haltung.

 

Genehmigt werden Tierversuche nach ausführlicher Antragstellung durch die zuständige Behörde. Diese lässt sich dabei durch eine Kommission (nach §15 TierSchG) beraten. In dieser Kommission können alle mitwirken, die einen entsprechenden fachlichen Hintergrund haben - also beispielsweise Tierärzt:innen und Vertreter:innen von Verbänden, die sich für den Tierschutz einsetzen. Die Veterinärämter kontrollierten die Tierversuche in den Forschungseinrichtungen bei regelmäßigen unangekündigten Besuchen. An unserem Forschungszentrum gibt es außerdem mehrere Tierschutzbeauftragte, die das Tierwohl überwachen und die Wissenschaftler:innen bei tierschutzgerechter Forschung beraten.