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Maria-Elena Torres-Padilla Portrait with Notebook
Helmholtz Munich | ©Petra Nehmeyer

Interview Diversität im Team hilft, Zellersatztherapie mit Stammzellen voranzutreiben

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla spricht in diesem Interview darüber, wie sie ihr Team bestmöglich unterstützt und über ihre Begeisterung für Epigenetik. Schnell wird klar: Die Expertin ist voller Enthusiasmus, wenn sie darüber nachdenkt und forscht, wie man Zellen in den Zustand der Totipotenz zurückversetzen kann, jenem Zustand, in dem Zellen in der Lage sind, alle Zelltypen im Körper zu produzieren.

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla spricht in diesem Interview darüber, wie sie ihr Team bestmöglich unterstützt und über ihre Begeisterung für Epigenetik. Schnell wird klar: Die Expertin ist voller Enthusiasmus, wenn sie darüber nachdenkt und forscht, wie man Zellen in den Zustand der Totipotenz zurückversetzen kann. Jenem Zustand, in dem Zellen in der Lage sind, – wie Stammzellen – alle Zelltypen im Körper zu produzieren.

"Ich möchte Zellen 'à la carte' für Zelltherapien herstellen, mit denen man Hirnverletzungen und degenerative Krankheiten heilen kann."
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla, Direktorin des Stammzellzentrums (rotierend), Direktorin des Instituts für Epigenetik und Stammzellen, Direktorin für Biomedizin am Helmholtz-Pionier-Campus, Helmholtz Munich

 

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla, war schon früh in ihrer Karriere vom Forschungsgebiet der Epigenetik fasziniert. Bereits als sie an Parasiten forschte, wurde ihr klar, in der Epigenetik geht es um die Anpassung an die Umwelt – das ist etwas, was Maria-Elena auch selbst innehat: Sie mag es, Entscheidungen zu treffen, die den Weg zum Ziel ebnen.

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla spricht in diesem Video über die herausragenden Möglichkeiten, einen Forschungsbereich für Reprogrammierung bei Helmholtz Munich aufzubauen – und die Chancen, die sie hierfür in ihrer Rolle als eine der Leiterinnen des Stem Cell Centers und als Direktorin der Biomedizin am Helmholtz Pioneer Campus sieht.

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla spricht in diesem Video über die herausragenden Möglichkeiten, einen Forschungsbereich für Reprogrammierung bei Helmholtz Munich aufzubauen

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Sie sind eine der Leiterinnen des Stem Cell Centers, Direktorin des Instituts für Epigenetik & Stammzellen und Direktorin für Biomedizin am Helmholtz Pionier Campus von Helmholtz Munich: Was gefällt Ihnen daran, Teams zu leiten?

METP: Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und helfe Ihnen effizient zusammenzuarbeiten. Ich mag es auch, Menschen darin zu unterstützen, sich selbst mehr zuzutrauen. Es macht mir Spaß, Entscheidungen zu treffen, von denen ich glaube, dass sie für andere Menschen hilfreich sein könnten, und es ihnen ermöglichen, Dinge besser zu machen oder über ihre eigenen Grenzen hinauszuwachsen. Es macht mich glücklich, das große Ganze im Blick zu haben und Menschen in die Lage zu versetzen, wirkungsvolle Entscheidungen zu treffen, die sie oder ein Projekt voranbringen.

"Ich mag es, mich von meinen Teammitgliedern inspirieren zu lassen."
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla

 

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Teamleiterin?

METP: Ich denke, es ist wichtig, nicht nur das große Ganze im Blick zu haben, sondern auch jede einzelne Person im Team mit ihren eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Wenn man ein Team leitet, muss man wissen, was die Menschen erfüllt: Vom Senior bis zum jüngsten Auszubildenden – egal, in welchem Bereich sie arbeiten.

Wie gestalten Sie ein erfolgreiches Team?

METP: Ich versuche neue Mitarbeiter einzustellen, von denen ich glaube, dass sie besser sind als ich, denn ich glaube, dass erst Inspiration zwischen Kolleg:innen ein Team so effizient macht, dass Durchbrüche in der Forschung erzielt werden können. Ich bin auch überzeugt, dass ein diverses Team inspirierender ist. Und Diversität bedeutet für mich viel mehr, als dass Frauen und Männer zusammenarbeiten. Es bedeutet für mich, dass jeder dazugehört: Menschen unterschiedlicher Nationalität, unterschiedlicher Herkunft, aus unterrepräsentierten Minderheiten. Wir denken dann alle ein wenig aus unterschiedlichen Blickwinkeln, je nachdem, woher wir kommen und was wir erlebt und erfahren haben. Das fördert die Kreativität in der Wissenschaft.

"Diversität inspiriert und treibt dadurch Wissenschaft voran."
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla

 

Was hat Ihr Interesse für Epigenetik geweckt?

METP: Als ich noch sehr jung war, habe ich mich in Mexiko mit Parasiten beschäftigt. Dabei wurde mir schnell klar, wie unterschiedlich Parasiten sein können: Sie haben Eigenschaften, die es ihnen ermöglichen, in den Körper einzudringen. Von da an war ich fasziniert von der Zelldifferenzierung und Zellidentität – und auch davon, wie diese Zellen kommunizieren und auf Reize reagieren. Auch auf Parasiten!

Daher begann ich mit Embryonen zu arbeiten: Ich möchte Antworten auf die Frage finden, was Zellen von einem frühen Embryo befähigt durch epigenetische Mechanismen einen komplexen Körper zu bilden. Mit diesem Wissen möchte ich Zellen ‚à la carte‘ erzeugen. Ich glaube, dass dies viele Möglichkeiten der Zelltherapie eröffnet, zum Beispiel Hirnverletzungen oder degenerative Krankheiten zu heilen.

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla über ihre Faszination für die Epigenetik.

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla über ihre Faszination für die Epigenetik.

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Was ist das Tückische an der Reprogrammierung?

METP: Bei Säugetieren finden die epigenetische Umprogrammierung, der Erwerb und Verlust der Totipotenz und die erste Richtung der Zelldifferenzierung innerhalb eines Zeitfensters von drei bis sechs Tagen nach der Befruchtung der Eizelle durch das Spermium statt. Um diese Prinzipien der Stammzellen, der Chromatinbiologie und damit der regenerativen Medizin zu verstehen,  müssen wir ein detailierteres Wissen über die molekularen Prozesse gewinnen.

Epigenetik und Zellschicksal in der frühen Säugetierentwicklung

Im Labor von Prof. Maria-Elena Torres-Padilla kombinieren Forschende hochauflösende Mikroskopie mit Einzelzellgenomik, um die für die zellulären Reprogrammierung zugrunde liegenden epigenetischen Prinzipien zu untersuchen.

Welche direkten Auswirkungen hat Ihre Forschung auf die menschliche Gesundheit?

METP: Wenn wir verstehen, wie Zellen „ihr eigenes Ding“ machen – also beispielsweise die Antwort darauf wissen, warum eine bestimmte Zelle in unserem Körper, etwa in der Haut, andere Aufgaben hat als eine Zelle in einem Neuron – und woher hat sie die Fähigkeit, diese Aufgaben zu erfüllen – dann haben wir für die Gesundheitsforschung neue Wege geschaffen: Wir könnten Zellen umprogrammieren und neue Therapien entwickeln. Wir können Zellen ‚à la carte‘ herstellen, also Zellen so umprogrammieren, wie wir sie haben wollen.

Ist 'Reprogrammierung' eine ethische Frage?

METP: Wir konzentrieren uns darauf, Zellen in die Totipotenz zurückzubringen, in den Zustand, den sie am Anfang des Lebens hatten: im Embryo. Damit schaffen wir jedoch kein neues Wesen, sondern generieren lediglich Zellen, die sehr plastisch sind, also die Fähigkeit haben, sich in verschiedenste spezialisierte Zellen zu entwickeln. Wir stellen uns vor, dass diese Zellen als Ersatz für verletzte oder nicht funktionsfähige Zellen verwendet werden können und so beispielsweise neurodegenerative Krankheiten oder Gehirnverletzungen behandelt werden könnten.

Es ist wichtig zu wissen: Epigenetische Forschung ist ethisch und rechtlich sehr stark reguliert – nicht nur in Deutschland oder Bayern, sondern international.

 

"Die Epigenetik ist ein Bindeglied zwischen vielen verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsbereichen, um Therapien für Hirnerkrankungen zu entwickeln."
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla

 

Ist Epigenetik die Basis für viele weitere Forschungsgebiete?

METP: Epigenetik kann viele verschiedene wissenschaftliche Forschungsbereiche miteinander verbinden, von der Deregulierung des Stoffwechsels bis hin zu unseren Interaktionen mit der Umwelt, und sie ermöglicht die Entwicklung zellbasierter Therapien. Mit dem Projekt Epigenetics@HelmholtzMunich bringen wir die Expertise verschiedener Disziplinen und Themen zusammen. Wissenschaftler auf dem Gebiet der Epigenetik haben eine gemeinsame Sprache: Wir können uns mit Kolleg:innen anderer Disziplinen und Forschungsbereiche austauschen, egal ob sie im Bereich der Lungenerkrankungen wie COPD oder Diabetes an der Reprogrammierung von Betazellen forschen.

Epigenetik kann erklären, warum wir so sind, wie wir sind – und: Sie ermöglicht uns, Krankheiten zu heilen, die auf F Dysfunktionen von Zellen und Zellverlust beruhen.

Epigenetics@HelmholtzMunich

In diesem Team gehen Forschende gemeinsam verschiedenste Geheimnisse der Epigenetik auf die Spur! Erfahre mehr über die an diesem Projekt beteiligten Forschergruppen: https://www.helmholtz-munich.de/en/epigenetics

Prof. Maria-Elena Torres-Padilla über Helmholtz München als Ort, an dem Grundlagenforschung und klinisch angewandte Forschung Hand in Hand arbeiten.

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Letzte Aktualisierung: Februar 2024.