MALT1 ist ein therapeutisches Ziel bei Lymphomen
Die Krebsart Lymphom taucht in vielen unterschiedlichen Ausprägungen auf und entsteht im lymphatischen System. Viele der schnell wachsenden, aggressiven Lymphome sind gegen aktuelle Therapiemöglichkeiten resistent. Da die MALT1 Protease ein vielversprechendes Ziel zur Behandlung von Lymphomen ist, gibt es mehrere akademische und industrielle Programme zur klinischen Arzneimittelentwicklung von MALT1-Inhibitoren. Darunter auch eines am Molecular Targets and Therapeutic Center von Helmholtz Munich unter der Leitung von Prof. Daniel Krappmann. In der aktuellen Studie, zeigt der Biomediziner in Zusammenarbeit mit dem Bioinformatiker Michael Menden, dass die MALT1-Protease das Überleben von Lymphomzellen fördert, indem das Enzym den mRNA-Stoffwechsel kontrolliert. Das liefert einen Hinweis darauf, dass onkogene Mutationen von Krebszellen einen Einfluss auf die Stabilität bestimmter mRNAs haben. Diese Erkenntnisse eröffnen neue therapeutische Ansatzpunkte und molekulare Biomarker, was wiederrum neue Möglichkeiten der Klassifizierung von Patient:innen bietet und somit die Wahl einer passenden Therapie ermöglicht.
Präzisionstherapie für Lymphome
Basierend auf diesen Erkenntnissen wollen die Forschenden neue Biomarker entwickeln, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen können, ob Patient:innen mit Lymphomen von einer gegen MALT1-gerichteten Therapie profitieren werden. Dies wird auch zur Verbesserung bei der Planung von klinischen Studien beitragen. Darüber hinaus werden die Daten helfen, die klinische Reaktion von Patient:innen auf eine Behandlung mit MALT1-Inhibitoren zu bestimmen. Abschließend könnten die Mechanismen, die den mRNA-Stoffwechsel regulieren, neue Möglichkeiten für innovative therapeutische Ansätze eröffnen und so die Wirksamkeit von Anti-Lymphom-Therapien zu erhöhen.
Originalpublikation
Wimberger et. al. (2023): Oncogene-induced MALT1 protease activity drives post-transcriptional gene expression in malignant lymphomas. Blood. doi/10.1182/blood.2023021299
Über die Wissenschaftler
Prof. Dr. Daniel Krappmann, Leiter der Abteilung Signaling and Translation am Molecular Targets and Therapeutic Center bei Helmholtz Munich
Prof Michael P. Menden, Principal Investigator am Institut für Computational Biology am Computational Health Center bei Helmholtz Munich und assozierter Professor an der University of Melbourne, Department of Biochemistry and Pharmacology