Expert Hour KI und Hightech

Helmholtz Munich im Bundestag: Künstliche Intelligenz und Hightech

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Bei der dritten Helmholtz Munich Expert Hour am 4. Juni 2024 im Deutschen Bundestag informierte das Spitzenforschungszentrum über die Potenziale künstlicher Intelligenz und neuer Technologien, um die Medizin in den Bereichen Prävention, Diagnose und Therapie zu verbessern. Forschende diskutierten mit den anwesenden Politiker:innen die Frage, wie Patient:innen möglichst schnell und unmittelbar von KI und Hightech profitieren können.

Künstliche Intelligenz und innovative Technologien sind entscheidend für Fortschritte in der Medizin. Bei Helmholtz Munich forschen Wissenschaftler:innen an neuen Lösungen für die Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten. Diese Entwicklungen können maßgeblich die Medizin und die Gesundheit von Patient:innen verbessern. Um sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse schneller aus dem Labor in die klinische Anwendung gelangen, bedarf es einer intensiven Vernetzung und Förderung von KI und Hightech in Deutschland. Wissenschaftler von Helmholtz Munich präsentierten im Bundestag Beispiele aus ihrer Forschung und diskutierten die Bedeutung von KI und Hightech für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Spitzenforschung. 

Beispiele aus der Praxis 

Prof. Fabian Theis, Leiter des Computational Health Centers bei Helmholtz Munich, sprach darüber, wie künstliche Intelligenz die Medizin revolutioniert. Die Entwicklung des „Human Cell Atlas“, ist in der medizinischen Grundlagenforschung ein Meilenstein, der nur mit künstlicher Intelligenz und Machine Learning möglich ist: „Mit dem Human Cell Atlas kartografieren wir alle Zellen eines Menschen. Der Atlas liefert uns ein unglaubliches Wissen über den Zustand von Zellen – in gesunden Körpern und bei Krankheiten. Für die Vorhersage von Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes ist das ein Game Changer.“ 

Prof. Matthias Hebrok, Direktor des Instituts für Diabetes und Organoid-Technologie bei Helmholtz Munich, gab Einblick in seine Forschung an künstlichen Mini-Organen, sogenannten Organoiden. Mit dieser Spitzentechnologie entwickelt er Lösungen, um Volkskrankheiten wie Diabetes und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekämpfen und die Zellersatztherapien voranzutreiben. Dabei betonte er die Relevanz interdisziplinärer Forschung: „Es braucht die Zusammenarbeit von Expert:innen aus Medizin, künstlicher Intelligenz und Bioengineering, damit die Entwicklung solch bahnbrechender Innovationen wie unserer Organoid-Technologie gelingt.“  

Wie kann der Forschungsstandort Deutschland mithalten? 

Die Vertreter:innen aus Politik und Wissenschaft diskutierten in der dritten Helmholtz Munich Expert Hour, wie der Forschungsstandort Deutschland von Spitzentechnologien profitieren kann und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Die Forschenden betonten dabei insbesondere die Notwendigkeit einer leistungsstarken und sicheren technischen Infrastruktur zur Verarbeitung großer Mengen an Gesundheitsdaten. Zudem müsse der Zugang zu Forschungs- und Patientendaten rechtssicher und datensicher bereitgestellt werden, um den maximalen Nutzen für alle Beteiligten zu gewährleisten. Darüber hinaus bedarf es einer nationalen Strategie für Gen- und Zelltherapien mit einer überregionalen Vernetzung sowie eines vereinfachten Transfers von Forschungsergebnissen und einer besseren Unterstützung bei der Beschaffung von Venture Capital in den komplexen Strukturen Deutschlands. Ein Vergleich mit anderen Ländern, wie den Vereinigten Staaten, zeige, dass dort Risikobereitschaft, ausreichendes Venture Capital und hohe Geschwindigkeit entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Deutschland müsse diese Elemente adaptieren, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. 

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