Pressemitteilung/News

Forschungsförderung
22.07.2022

FERROPath-Konsortium: Helmholtz Munich Forscher erhalten BMBF-Forschungsförderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Erforschung von Therapieansätzen zur Vermeidung von Ischämie-Reperfusionsschäden (IRI) im Rahmen des FERROPath-Konsortiums. Ab Juli 2022 erhält das Konsortium eine BMBF-Förderung von knapp drei Millionen Euro für drei Jahre. Helmholtz Munich ist mit zwei Projekten beteiligt und erhält insgesamt knapp eine Million Euro Forschungsförderung.

© links: Marcus Conrad; rechts: Ali Önder Yildirim © Dr. Bettina Proneth für Helmholtz Munich/ Michael Haggenmüller für Helmholtz Munich

Was sind Ischämie-Reperfusionsschäden?

Ischämie-Reperfusionsschäden (IRI) sind bislang nicht behandelbare Schäden im Körpergewebe, die paradoxerweise dann entstehen, wenn zunächst nicht ausreichend durchblutetes Gewebe wieder vollständig durchblutet wird. Die Folge sind teilweise schwere Komplikationen inklusive eines Organversagens. An den Folgen eines Ischämie-Reperfusionsschadens (IRI), wie beispielsweise Schlaganfälle oder akute Nierenschädigungen, leiden alleine in Europa jährlich mehr als eine Million Menschen.

Ein Faktor für die Entstehung IRI-bedingter Gewebeschädigungen ist die Ferroptose. Das ist eine Form des Zelltods, der durch eisenabhängige Lipidperoxidation hervorgerufen wird und zu einer Zerstörung der Zellplasmamembran und schließlich zum Tod der Zelle führt.

Bei zwei Projekten des Konsortiums ist Helmholtz Munich federführend

Dr. Marcus Conrad arbeitet gemeinsam mit Dr. Bettina Proneth vom Institut für Metabolismus und Zelltod im Teilprojekt "In vivo Modulation der Ferroptose mittels transgener Mausmodelle und neuer kleiner Moleküle als effiziente Ferroptose-Inhibitoren“. „Unser Fokus liegt darauf, Ferroptose-Inhibitoren der nächsten Generation in verschiedenen IRI-relevanten Tiermodellen der Maus auf ihre anti-ferroptotischen Eigenschaften zu untersuchen, sowie neue Biomarker für die Ferroptose anhand dieser Modelle zu identifizieren“ sagt Marcus Conrad.

Dr. Ali Önder Yildirim und Dr. Aicha Jeridi vom Institute of Lung Health and Immunity (LHI) sind mit dem Teilprojekt „Gezielte Untersuchung des Ferroptose-Beitrags zur Abstoßung von Lungentransplantaten nach einer erfolgreichen Lungentransplantation“ beteiligt. „Die Lunge gehört zu den Organen, die am häufigsten von Ischämie-Reperfusionsschäden nach der Transplantation betroffen sind. Unser Ziel ist es, die molekularen Mechanismen bei Ferroptose zu verstehen, um ein Abstoßen von Lungentransplantaten künftig zu verhindern“, sagt Ali Önder.

Wofür steht FERROPath?

Das Namenskürzel des FERROPath-Konsortiums bringt die Zielsetzung des Projekts auf den Punkt, nämlich „Ferroptose als gemeinsamen zugrundeliegenden Pathomechanismus bei Ischämie/ Reperfusionsschäden im Gewebe“ zu erforschen und einen Ansatz zu finden, die durch IRI verursachten Folgen wie Zellverlust, Gewebedysfunktion und nekrotische Entzündung zu verhindern.

Helmholtz Munich ist einer von insgesamt vier Partnern des interdisziplinären Konsortiums, das Experten mit ganz unterschiedlichem Fachwissen aus den Bereichen (Oxi)Lipidomik, Bioinformatik, Wirkstoffentwicklung, Immunologie, Organtransplantation sowie präklinischerund klinischer Forschung zusammenbringt. Dem Konsortium gehören neben den Helmholtz Munich Wissenschaftler:innen auch Forscher der TU Dresden, des Universitätsklinikums Dresden, des Universitätsklinikums Regensburg und des Universitätsklinikums Essen an.