Prämiertes Nature-Paper zur epigenetischen Vererbung
Die Auszeichnung erfolgt für Teperinos in Nature erschienene Studie „Epigenetic inheritance of diet-induced and sperm-borne mitochondrial RNAs“ (2024). Die Arbeit liefert wegweisende Erkenntnisse darüber, wie Ernährung und Körpergewicht von Männern bereits vor der Zeugung die langfristige Gesundheit ihrer Kinder beeinflussen können.
Im Zentrum der Studie stehen spezielle RNA-Moleküle in Spermien – sogenannte mitochondriale tRNA-Fragmente (mt-tsRNAs). Diese Moleküle werden bei der Befruchtung vom Spermium auf die Eizelle übertragen, reichern sich in frühen Embryonen an und ermöglichen die epigenetische Weitergabe erworbener Gesundheitsmerkmale über die väterliche Linie.
Ernährung des Vaters beeinflusst Krankheitsrisiken der Kinder
Unter Verwendung der Daten der LIFE Child-Kohorte mit über 3.000 Familien zeigte das Team, dass das Körpergewicht des Vaters signifikant mit dem Gewicht und dem späteren Stoffwechsel der Kinder zusammenhängt – unabhängig von genetischen Faktoren oder dem Gesundheitszustand der Mutter.
Experimente mit Mausmodellen bestätigten diese Erkenntnisse: Eine fettreiche Ernährung der Väter verändert die RNA-Zusammensetzung ihrer Spermien und führt zu Nachkommen mit einer erhöhten Anfälligkeit für Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes. Auch Laboranalysen zeigten, dass diese veränderten RNA-Moleküle die Genexpression in frühen Embryonen beeinflussen und so die Entwicklung der Nachkommen prägen.
Neue Impulse für die Präventionsmedizin
„Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die väterliche Gesundheit vor der Empfängnis ist“, erklärt Teperino. „Präventionsprogramme für Männer mit Kinderwunsch sollten stärker in den Fokus rücken – insbesondere im Hinblick auf Ernährung und Stoffwechselgesundheit.“
Über den PRO-SCIENTIA-Förderpreis
Der PRO-SCIENTIA-Förderpreis der Eckhart-Buddecke-Stiftung zeichnet Arbeiten aus, die mit modernen molekularbiologischen, biochemischen oder zellbiologischen Methoden neue Einsichten in grundlegende Lebensvorgänge und Krankheitsmechanismen ermöglichen.