Wichtigste Ergebnisse der BABYDIAB- und BABYDIÄT-Studie auf einen Blick
Wichtigste Ergebnisse BABYDIAB- und BABYDIÄT-Studie auf einen Blick
Die BABYDIAB-Studie als erste weltweite Typ-1-Diabetes-Geburtskohorte und die BABYDIÄT-Studie untersuchen seit mehr als 35 Jahren die Entstehung des Typ-1-Diabetes. Die BABYDIAB-Kohorte rekrutierte von 1989 bis 2000 insgesamt 1650 Kinder von einem Elternteil mit Typ-1-Diabetes. Eine Nachuntersuchung erfolgte in regelmäßigen Abständen von 1-10 Jahren. Die BABYDIÄT-Studie rekrutierte zwischen 2000 und 2006 insgesamt 791 Kinder mit Eltern oder Geschwistern mit Typ-1-Diabetes. Die Kinder wurden im Abstand von 3 Jahren regelmäßig nachuntersucht.
Früher Beginn von Typ-1-Diabetes
Typ-1-Diabetes beginnt oft sehr früh im Leben. Bei vielen Kindern lassen sich die ersten sogenannten Inselautoantikörper bereits in den ersten beiden Lebensjahren nachweisen. Diese Antikörper sind frühe Zeichen dafür, dass das Immunsystem beginnt, die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse anzugreifen. Das Neuauftreten der Inselautoantikörper nimmt mit zunehmendem Alter ab. [1, 2, 3]
Wann ist ein Screening sinnvoll?
Aus diesen Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass ein Screening auf Inselautoantikörper am sinnvollsten im Vorschulalter durchgeführt werden sollte. In einigen Ländern und in Deutschland mit ‚Fr1da‘ wird ein solches Screening bereits routinemäßig angeboten. [4, 5, 6]
Risiko für Verwandte von Menschen mit Typ-1-Diabetes
Als Verwandte eines Menschen mit Typ-1-Diabetes haben Sie ein erhöhtes Erkrankungsrisiko von etwa 5 %. [7, 8]
Wichtig: Wenn bis zum Alter von 15 Jahren keine Inselautoantikörper nachweisbar sind, sinkt das Risiko, später noch Antikörper zu entwickeln, auf unter 1 %. Dann ist das Risiko fast genauso gering wie bei Menschen ohne Diabetes in der Familie. [9]
Die besondere Rolle von Insulin
Insulin ist lebensnotwendig. Erst die Entdeckung des Insulins hat es möglich gemacht, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes heute ein langes und gutes Leben führen können. [3]
Insulin ist nicht nur ein unverzichtbares Hormon für alle Menschen und ein lebenswichtiges Medikament für Menschen mit Typ-1-Diabetes, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Erkrankung. Es gehört zu den ersten Zielen der fehlgeleiteten Immunreaktion, bei der das körpereigene Abwehrsystem die insulinproduzierenden Zellen angreift. [1, 2]
Deshalb wird in der Forschung versucht, durch spezielle Therapien eine Toleranz gegenüber Insulin zu erreichen und so den Krankheitsprozess positiv zu beeinflussen. In klinischen Studien werden heute präventive Therapien getestet, die das Auftreten der Erkrankung verzögern oder sogar verhindern sollen. [10, 11]
Einfluss von Umweltfaktoren
Auch äußere Faktoren wie frühkindliche Infektionen, Ernährung und Wachstum können die Entstehung von Typ-1-Diabetes beeinflussen. Besonders Coxsackie-Viren und später auch das SARS-CoV-2-Coronavirus scheinen eine Rolle zu spielen. Zukünftige Impfstudien sollen klären, ob Impfungen gegen SARS-CoV-2 und Coxsackie-B auch vor Typ-1-Diabetes schützen können. [12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20]
Fortschreiten der Erkrankung
Wenn zwei oder mehr Inselautoantikörper vorhanden sind, entwickelt sich daraus fast immer ein klinischer Typ-1-Diabetes. Wie schnell dies geschieht, ist sehr unterschiedlich: Bei manchen Menschen verläuft die Erkrankung rasch, bei anderen kann sie sich über mehr als 20 Jahre entwickeln.
Bestimmte Anzeichen sprechen für ein fortgeschrittenes Stadium:
- das Vorhandensein von IA-2-Autoantikörpern
- ein leicht erhöhter HbA1c-Wert (5,7–6,5 %)
- leicht erhöhte Blutzuckerwerte im Sinne einer gestörten Glukosetoleranz [21, 22]
Neue Therapieoptionen
Für das Stadium 2 eines Typ-1-Diabetes ist inzwischen eine Immuntherapie mit Teizeild (Wirkstoff: Teplizumab) in Deutschland zugelassen. Diese kann den Übergang zu einem manifesten Typ-1-Diabetes im Durchschnitt um etwa drei Jahre verzögern.
Diese kann den Übergang zu einem manifesten Typ-1-Diabetes im Durchschnitt um etwa drei Jahre verzögern.
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