Stärkung der Postdoktorandenforschung bei Helmholtz Munich
Mit der erfolgreichen Einwerbung dieser beiden MSCA Postdoctoral Fellowships stärkt Helmholtz Munich sein internationales Forschungsumfeld und unterstreicht sein Engagement für die Förderung von Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen durch wettbewerbliche europäische Förderprogramme.
Beide Fellowships haben eine Laufzeit von zwei Jahren und stärken die Forschungsaktivitäten von Helmholtz Munich in den Bereichen funktionelle Genomik, Neurowissenschaften und Stoffwechselerkrankungen.
EvoNeuHance: Genregulation in der frühen Gehirnentwicklung
Frömel, Wissenschaftler in der Brain Epigenomics Research Unit am Stem Cell Center, führt sein MSCA-Projekt EvoNeuHance unter der Betreuung von Dr. Boyan Bonev (Brain Epigenomics, BEG) durch. Im Mittelpunkt des Projekts stehen regulatorische DNA-Elemente, sogenannte Enhancer, die eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Genaktivität während der Gehirnentwicklung spielen.
EvoNeuHance untersucht, wie Veränderungen in Enhancer-Sequenzen verschiedener Primatenarten gemeinsam mit zellspezifischen regulatorischen Faktoren die Genregulation während der frühen Neurogenese beeinflussen. Durch den systematischen Vergleich der Enhancer-Aktivität zwischen Arten und Zelltypen sollen grundlegende Prinzipien der cis- und transregulatorischen Interaktionen aufgeklärt werden, die zur Evolution des Primatengehirns beigetragen haben.
Die Ergebnisse sollen das Verständnis der genregulatorischen Mechanismen vertiefen, die der Gehirnentwicklung und evolutionären Veränderungen zugrunde liegen.
BetaSpReg: RNA-Verarbeitung in pankreatischen Betazellen und Diabetes
Montaser führt sein MSCA-Fellowship-Projekt BetaSpReg am Institute for Diabetes and Organoid Technology (IDOT) des Helmholtz Diabetes Center unter der Betreuung von Prof. Matthias Hebrok durch. Das Projekt befasst sich mit Diabetes mellitus, einer Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust funktionsfähiger insulinproduzierender Betazellen gekennzeichnet ist.
BetaSpReg konzentriert sich auf das alternative Spleißen (Alternative Splicing), einen zentralen Mechanismus der Genregulation, der zur Vielfalt von Transkripten und Proteinen beiträgt. Untersucht wird, wie RNA-bindende Proteine das Spleißen in menschlichen Betazellen steuern und wie Störungen dieser Prozesse zur Fehlfunktion von Betazellen unter diabetogenem Stress beitragen können.
Durch die Kombination von Genom-Editierung, transkriptomischen Analysen und funktionellen Untersuchungen in aus menschlichen Stammzellen gewonnenen sowie primären Inselzellmodellen soll das Projekt regulatorische Netzwerke identifizieren, die für die Aufrechterhaltung der Betazellfunktion essenziell sind. Langfristig könnten die Ergebnisse neue Ansätze für RNA-basierte Therapiestrategien bei Diabetes eröffnen.
Über MSCA Postdoctoral Fellowships
Die MSCA Postdoctoral Fellowships zählen zu den wichtigsten Förderinstrumenten der Europäischen Union für Postdoktorand:innen. Sie verbinden eigenständige Forschungsprojekte mit strukturierten Maßnahmen zur Weiterbildung und Karriereentwicklung.
Ziel des Programms ist es, die Karriereentwicklung exzellenter Forschender zu unterstützen, internationale Mobilität zu fördern und wissenschaftliche Exzellenz in Europa zu stärken. Die Fellowships werden im Rahmen eines europaweit wettbewerblichen Auswahlverfahrens vergeben.