Leiterin des Fachbereichs Umwelt Immunologie
PD Dr. Stefanie Gilles
„Was macht ein Allergen zu einem Allergen?"
Forschungsbereiche
Die Mission von Stefanie Gilles ist es, angeborene Immunsignaturen zu entschlüsseln, die notwendig und ausreichend sind, um die periphere Toleranz zu brechen und eine allergische Sensibilisierung einzuleiten. Diese Forschung wird dazu beitragen, neuartige Allergene zu identifizieren, aber sie könnte auch zur Entwicklung von Allergenitäts-Bioassays führen, die in Zukunft Tiermodelle ersetzen könnten.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Immunantwort der Nasenschleimhaut unter gleichzeitiger Exposition gegenüber Mikroben und Allergenen, z. B. Viren und Pollen. Dies ist relevant, da der Mensch unter realen Bedingungen niemals „isolierten" Allergenen oder Viren ausgesetzt ist, sondern komplexen, gemischten Bioaerosolen. Daher ist es wichtig, das muksale Immunsystem im Kontext der Co-Exposition zu studieren. Die Forschung zur Kreuzsignalisierung zwischen Infektion und Allergie wird auf derzeit unterschätzte Risikoexpositionen hinweisen.
Stefanie Gilles studierte Biologie an der LMU. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als Postdoc an der TLR-Signalisierung in menschlichen dendritischen Zelluntergruppen. Im Jahr 2006 trat Dr. Gilles der Gruppe von Prof. Traidl-Hoffmann am ZAUM – Zentrum für Allergie und Umwelt, TUM, bei, wo sie begann, mit dendritischen Zellen im Zusammenhang mit Pollenallergien zu arbeiten.
2014 zog sie mit dem neuen Lehrstuhl für Umweltmedizin, UNIKA-T, nach Augsburg, wo sie als Gruppenleiterin begann. Seit 2021 leitet sie den Fachbereich Umwelt Immunologie des Lehrstuhls für Umweltmedizin, Fakultät für Medizin, Universität Augsburg. Sie ist von 2014 bis heute als Gastwissenschaftlerin mit dem Helmholtz-Zentrum München verbunden.
Dr. Gilles betreute 4 Bachelor-, 5 Master-, 5 PhD- und 3 MD-Thesen und hat in der HELENA-Vortragsreihe der HMGU Vorträge auf dem Gebiet der Allergologie gehalten. Derzeit ist sie am Aufbau der Umweltgesundheits- und Lungenforschungsschule an der Helmholtz München beteiligt.
Ihr aktuelles Team in Augsburg besteht aus 3 Doktoranden, 3 MD-Studenten und einem Techniker. Die verwendeten Methoden sind Zellkulturmodelle, Organoide, Biomonitoring im menschlichen Leben und experimentelle Expositionsstudien.
Arbeitsfelder und Fachwissen
Angeborene Immunität Allergische Rhinitis Atemwegsviren Primärzellkultur Nasenbiomarker Dendritische Zellen Pollen Allergen Klimawandel Allergien
Auszeichnungen und Stipendien
- 2015 Reisestipendium World Immune Regulation Meeting (WIRM)
- 2011 ‘Habilitation’ stipend Science Career II Technische Universität München
- 2007 Best Oral Abstract 26th Congress of the European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI)
- 2005 HWP II Postdoctoral stipend Technische Universität München