Kidney Picture AI-Generated

Helmholtz Munich startet Kooperation zur KI-gestützten Nierenforschung

AI Transfer Computational Health ICB

Helmholtz Munich und Novartis Biomedical Research starten eine vierjährige Zusammenarbeit zur Erforschung von Nierenkrankheiten. Ab Anfang 2026 soll im Rahmen der Partnerschaft ein integrierter, speziesübergreifender Nieren-Zellatlas mit Einzelzellauflösung erstellt werden. Durch die Kombination groß angelegter Perturbationsdaten mit Künstlicher Intelligenz (KI) zielt die Kooperation darauf ab, neue Einblicke in die Mechanismen von Nierenerkrankungen zu gewinnen und verbesserte präklinische Krankheitsmodelle zu entwickeln, die für die Erforschung therapeutischer Interventionen notwendig sind.

Kartierung der Niere auf Einzelzellebene

Im Rahmen des Projekts wird ein Nieren-Zellatlas erstellt, der Zelltypen, Zellzustände und Zellinteraktionen über verschiedene Nierenerkrankungen hinweg detailliert beschreibt. Der Atlas bildet die Grundlage für gezielte Experimente in Nierenorganoiden, bei denen Zellen genetischen oder medikamentösen Eingriffen ausgesetzt werden. Werden die Daten aus dem Atlas mit den Ergebnissen dieser Experimente kombiniert, können KI-Modelle vorhersagen, wie sich Interventionen auf erkrankte Nieren auswirken und sie möglicherweise in einen gesunden Zustand zurückführen.

„Indem wir KI-gestützte Modelle mit Einzelzellatlanten und Organoidexperimenten kombinieren, können wir besser verstehen, wie Krankheitsprozesse auf verschiedene Behandlungen reagieren“, erklärt Prof. Fabian Theis, Direktor des Computational Health Center bei Helmholtz Munich und zentraler Mitwirkender am Human Cell Atlas.

Die Initiative vereint die Expertise der Labore von Prof. Fabian Theis, Dr. Malte Lücken und Dr. Tingying Peng bei Helmholtz Munich und nutzt die Kompetenzen des Zentrums in KI-gestützter Modellierung, virtuellen Zellsimulationen und großangelegten Perturbationsanalysen.

Ein einmaliger Organoid-Datensatz zur Entschlüsselung von Nierenkrankheiten

Novartis bringt sein umfangreiches Fachwissen in der Herstellung und Untersuchung von Nierenorganoiden ein – Laborgewebe, das wichtige Eigenschaften menschlicher Nieren nachbildet. So können Forschende potenzielle Therapien in realistischen Modellen testen und gleichzeitig den Einsatz von Tierversuchen reduzieren.

„KI eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die menschliche Biologie und Krankheitsprozesse zu erforschen und große Datenmengen zu analysieren“, sagt Fiona Marshall, Präsidentin von Biomedical Research bei Novartis. „In dieser Zusammenarbeit werden wir Organoidmodelle und Experimente mit KI-Analysen verbinden. So entsteht eine einmalige Ressource, die hilft, die Mechanismen von Nierenerkrankungen besser zu verstehen und präklinische Krankheitsmodelle zu verbessern.“
 

Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Director of the Computational Health Center, Director of the Institute for Computational Biology
Prof. Dr. Dr. Fabian Theis

Director of Computational Health Center, Director of Institute for Computational Biology

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