Zellen für die regenerative Medizin
Prof. Maria-Elena Torres-Padilla erforscht, wie sich Stammzellen gezielt erzeugen lassen, indem man ihre Eigenschaften und Besonderheiten besser versteht. Ihr besonders innovativer Ansatz besteht darin, Zellen in einen totipotenten Zustand umzuprogrammieren – einen Zustand, aus dem sich jeder Zelltyp des Körpers entwickeln kann. Sie bezeichnet dieses Konzept als „Cells à la carte“ – eine Strategie, die das Potenzial hat, die regenerative Medizin grundlegend zu verändern, indem sie neue Behandlungsmöglichkeiten für degenerative Erkrankungen und Hirnverletzungen eröffnet.
“Mit unserer Forschung haben wir Faktoren identifiziert, um Zellen programmieren zu können. Das eröffnet völlig neue Wege für Therapien, die bislang als unmöglich galten.”
Maria-Elena Torres-Padilla
„Maria-Elena Torres-Padilla hat unser Verständnis der frühen Entwicklung und der Mechanismen, die die Zellidentität bestimmen, grundlegend verändert“, sagt Prof. Martin Hrabě De Angelis, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung bei Helmholtz Munich. „Ihre wegweisende Forschung und ihre kreative Vision setzen weiterhin neue Maßstäbe in der Stammzellbiologie und inspirieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Wir sind stolz, sie bei uns zu haben – als führende Persönlichkeit, die die Werte von Helmholtz Munich in Exzellenz, Neugier und Zusammenarbeit beispielhaft verkörpert.“
Internationale Laufbahn
Maria-Elena Torres-Padilla leitet das Stem Cell Center (rotierend) sowie das Institut für Epigenetik und Stammzellen bei Helmholtz Munich. Zudem ist sie Direktorin für Biomedizin am Helmholtz Pioneer Campus und Professorin an der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als wissenschaftliche Führungspersönlichkeit legt sie großen Wert auf Vielfalt, Teamarbeit und die Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen.
Torres-Padilla wurde in Mexiko geboren, studierte Biologie an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko und promovierte am Institut Pasteur in Paris. Als Postdoktorandin am Gurdon Institute in Cambridge untersuchte sie die Rolle von Histonmodifikationen bei der Festlegung des Zellschicksals. 2008 gründete sie ihre eigene Forschungsgruppe, die sich auf die epigenetischen Mechanismen der Zellprogrammierung und zellulären Plastizität konzentriert. In Anerkennung ihrer wegweisenden Beiträge wurde ihr der Leibniz-Preis 2025 – der renommierteste Forschungspreis Deutschlands, der im Dezember 2024 bekannt gegeben wurde – verliehen.