Michele Solimena

Michele Solimena mit Paul-Langerhans-Medaille 2026 der DDG geehrt

Awards & Grants Diabetes IPI

Prof. Michele Solimena hat am 15. Mai 2026 die Paul-Langerhans-Medaille, die höchste Auszeichnung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), erhalten. Mit dem Preis wird sein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk auf dem Gebiet der Diabetesforschung gewürdigt. Die feierliche Verleihung fand im Rahmen der DDG-Jahrestagung statt.

Diabetes entsteht, wenn die Insulinproduktion oder -wirkung im Körper gestört ist. Dabei spielen Betazellen der Bauchspeicheldrüse eine zentrale Rolle. Wie genau diese Zellen arbeiten, wie sie sich an wechselnde Anforderungen anpassen – und warum sie bei Typ-1-Diabetes versagen – gehört zu den zentralen Fragen der modernen Diabetesforschung.

Hier setzt die Arbeit von Michele Solimena an, Direktor des Instituts für Pankreatische Inselzellforschung (IPI) bei Helmholtz Munich, Sprecher des Paul-Langerhans-Instituts Dresden des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (PLID-DZD) und Professor für Molekulare Diabetologie an der TU Dresden. Der Zellbiologe erforscht seit Jahrzehnten grundlegende Mechanismen der Insulinproduktion, -speicherung und -freisetzung. Sein Ziel: die biologischen Prozesse in Betazellen so präzise zu verstehen, dass neue Ansätze für Prävention und Therapie möglich werden. 

Pionierarbeit an den kleinsten Einheiten der Insulinproduktion

Im Zentrum von Solimenas Forschung stehen die insulinsekretorischen Granula – winzige Zellstrukturen, in denen Insulin gespeichert und bei Bedarf freigesetzt wird. Seine Arbeiten haben maßgeblich dazu beigetragen, deren Funktionsweise zu entschlüsseln.

So konnte er zeigen, wie Betazellen ihre Insulinproduktion dynamisch anpassen, indem sie die Bildung neuer Granula regulieren. Zudem identifizierte er Moleküle, welche die Stabilität und Übersetzung von Boten-RNAs für Insulin und andere wichtige Proteine steuern.

Weitere grundlegende Erkenntnisse betreffen die Alterung dieser Granula sowie deren Transport innerhalb der Zelle, also Prozesse, die maßgeblich beeinflussen, wie effizient Insulin ausgeschüttet wird.

Mit modernsten Bildgebungsverfahren gelang es seinem Team darüber hinaus, das Mikrotubuli-Netzwerk der Betazelle zu kartieren, ein Meilenstein für das Verständnis zellulärer Transportprozesse.

Brücke zwischen Grundlagenforschung und Klinik

Ein weiterer Schwerpunkt von Solimenas Arbeit liegt auf der Verbindung von molekularer Grundlagenforschung mit klinischen Fragestellungen. Durch die Untersuchung von Inselzellen aus lebenden Spendern konnte sein Team detailliert nachvollziehen, wie sich Betazellen im Verlauf von Typ-2-Diabetes verändern.

Diese Erkenntnisse liefern wichtige Ansatzpunkte für neue diagnostische und therapeutische Strategien, etwa zur frühzeitigen Erkennung von Krankheitsprozessen oder zur gezielten Wiederherstellung der Betazellfunktion.

Noch während er als Postdoktorand im Labor von De Camilli tätig war, entdeckte Solimena das Vorkommen von Autoantikörpern gegen die Glutaminsäure-Decarboxylase 65 (GAD65) bei Patienten mit Typ-1-Diabetes und beim Stiff-Person-Syndrom, einer seltenen neurologischen Erkrankung. Heute sind Anti-GAD65-Autoantikörper die am häufigsten verwendeten Autoantikörper-Biomarker für die Klassifizierung von Diabetes.

Wissenschaft mit klarer Vision

Sein Forschungsansatz ist von einer einfachen, aber entscheidenden Überzeugung geprägt: 

„Wir müssen verstehen, wie Betazellen funktionieren, denn ihr Versagen ist die eigentliche Ursache aller Formen von Diabetes“, sagt Solimena. 

Diese Haltung hat seine wissenschaftliche Arbeit über Jahrzehnte geprägt – und zahlreiche wegweisende Entdeckungen ermöglicht.

Würdigung eines herausragenden Lebenswerks

„Mit der Verleihung der Paul-Langerhans-Medaille ehrt die Deutsche Diabetes Gesellschaft einen Wissenschaftler, der das Verständnis der Betazellbiologie entscheidend geprägt hat“, sagt Prof. Martin Hrabě de Angelis, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung (kommissarisch) bei Helmholtz Munich und Vorstand des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). „Seine Arbeiten haben die Grundlagen für neue Strategien zur Prävention und Behandlung von Diabetes geschaffen – und damit weit über die Forschung hinaus Wirkung entfaltet.“

Zur Original-Pressemeldung der DZD

Pressemitteilungen 2026 | DZD - Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Weitere Informationen

https://www.helmholtz-munich.de/diabetes-center/ipi/michele-solimena  
https://www.helmholtz-munich.de/ipi/research-groups/solimena-lab

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Prof. Dr. Michele Solimena

Director of the Institute for Pancreatic Islet Research, IPI

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