Eine einzigartige Ressource für die Forschung an Pankreasinseln

Die Living Donor Pancreas Cohort (LIDOPACO) ist eine wegweisende Biobank für humane Proben des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD e. V.). Sie wurde am Paul-Langerhans-Institut Dresden (PLID) und am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich (link) sowie am Deutschen Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung (DDZ), in Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Viszeralchirurgie und Pathologie der jeweils angeschlossenen Kliniken in Dresden, Tübingen und Düsseldorf aufgebaut.

Ziel der Studie ist es, Probenmaterial für präklinische Studien und klinische Untersuchungen bereitzustellen, um neue Erkenntnisse über den natürlichen Verlauf der Veränderungen von Pankreasinseln während des Übergangs von der Normoglykämie zum Diabetes zu gewinnen. Zu diesem Zweck sammelt und analysiert LIDOPACO systematisch menschliches Pankreasgewebe sowie zugehörige Blutproben von metabolisch charakterisierten Patientinnen und Patienten, die sich aufgrund verschiedener Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse einer Pankreasoperation unterziehen. Die LIDOPACO-Biobank für Pankreas- und Blutproben stellt damit eine weltweit einzigartige Ressource dar, die tiefe Einblicke in die Biologie der Pankreasinseln ermöglicht – insbesondere im Zusammenhang mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes (T2D).

LIDOPACO ermöglicht die Untersuchung von Pankreasinseln in situ, sodass ihre molekularen und physiologischen Eigenschaften erhalten bleiben und potenzielle Artefakte vermieden werden, die andernfalls durch enzymatische Isolation und Kultivierung entstehen könnten. Eine zentrale Grundlage des LIDOPACO-Ansatzes ist die Möglichkeit, die Krankengeschichte sowie umfangreiche klinische Labordaten der Spenderinnen und Spender vor und nach der Operation mit detaillierten Informationen zu ihrem Stoffwechselstatus und umfassenden Multiomics-Analysen ihrer Pankreasinseln in situ zu verknüpfen. Mithilfe dieses Querschnittsansatzes verfolgt LIDOPACO das Ziel, die fortschreitende Verschlechterung der Betazellfunktion vom gesunden Zustand über den Prädiabetes bis hin zum Typ-2-Diabetes möglichst präzise zu charakterisieren.

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Gesamtzahl der lebenden Spender:innen
Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2026.

Zentrale Merkmale von LIDOPACO

Metabolische Phänotypisierung: Die Patient:innen werden vor der Operation umfassend metabolisch charakterisiert. Dazu gehören verschiedene Untersuchungen und in den meisten Fällen die Durchführung eines oralen Glukosetoleranztests (oGTT). Auf diese Weise können sie präzise den Gruppen Normoglykämie, gestörte Nüchternglukose oder Glukosetoleranz (d. h. Prädiabetes) sowie Diabetes zugeordnet werden. Letzterer kann anhand des Vorhandenseins von Inselautoantikörpern und der Krankengeschichte der Patient:innen weiter als Typ-1-, Typ-2- oder Typ-3-Diabetes klassifiziert werden. Typ-3-Diabetes wird auch als pankreopriver Diabetes bezeichnet und entsteht infolge von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, darunter Pankreatitis und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Teil der Spender:innen wird nach der Operation erneut vergleichbaren metabolischen Untersuchungen unterzogen.

Probengewinnung: Blutproben werden vor und in einigen Fällen auch nach der Operation entnommen. Pankreasgewebe wird unmittelbar nach dem chirurgischen Eingriff von Patholog:innen gewonnen. Dieser Ansatz ermöglicht die Gewinnung frischer, qualitativ hochwertiger Proben in Verbindung mit umfassenden klinischen und metabolischen Daten. Anästhesiologische Aufzeichnungen zur Glukosegabe und zum Blutzuckerspiegel während der Operation sowie in den Minuten vor der Entnahme des Gewebes können zusätzlich dazu beitragen, den physiologischen Zustand der gewonnenen Pankreasinseln genauer zu bestimmen.

Anwendungsmöglichkeiten: LIDOPACO ermöglicht hochmoderne Untersuchungen, darunter In-situ-„Omics“-Analysen (Transkriptomik, Proteomik, Lipidomik, Metabolomik usw.) sowie statische und dynamische bildgebende und physiologische Untersuchungen lebender Inselzellen in Pankreasgewebeschnitten. Auf diese Weise lassen sich vielfältige Aspekte der Biologie der Pankreasinseln im gesunden und erkrankten Zustand auf neuartige Weise erfassen.

Datenbankstatistiken für LIDOPACO (PLID)

Beitrag zur Forschung

LIDOPACO ist ein wegweisendes Forschungsprojekt zur Aufklärung der Physiologie von Inselzellen in situ und der Pathophysiologie des Diabetes. Insbesondere ermöglicht es neue Einblicke in die strukturellen und funktionellen Veränderungen, die mit dem Verlust von Betazellen bei Typ-2-Diabetes (T2D) einhergehen, wie beispielsweise Entzündungsprozesse in den Pankreasinseln. Dadurch können molekulare Signaturen identifiziert werden, die Aufschluss über das Fortschreiten und die Heterogenität der Erkrankung geben.

Kontakt

Wenn Sie Daten anfragen möchten oder Interesse an einer Zusammenarbeit im Rahmen eines Projekts haben, wenden Sie sich bitte an Prof. Michele Solimena: michele.solimenaspam prevention@ukdd.de.

Publikationen auf Basis von LIDOPACO-Daten

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