Pressemitteilung/News

26.04.2022

Europäischer Forschungsrat zeichnet Helmholtz Munich mit hochdotierter Förderung aus

Zwei neu eingeworbene ERC Advanced Grants fördern die Spitzenforschung der Münchner Helmholtz-Wissenschaftler Heiko Lickert und Fabian Theis. Die Forscher sind internationale Stars auf den Gebieten Diabetes und Künstliche Intelligenz. Mit der Förderung können sie neue Lösungen für eine gesündere Gesellschaft in einer sich rasch verändernden Welt schneller und effizienter realisieren.

Heiko Lickert und Fabian Theis © Weiwei Xu, Helmholtz Zentrum München, und Jan Röder

„Medizinischer Fortschritt braucht Spitzenforschung. Diese ist auf eine langfristige Förderung angewiesen, denn nur so können wir aus bahnbrechenden Entdeckungen auch nachhaltige Heilmittel für die Patienten schaffen. Die neuen ERC Advanced Grants werden nicht nur entscheidende Projekte zweier unserer herausragenden Wissenschaftler bei Helmholtz Munich massiv beschleunigen, sondern zeichnen auch die gesellschaftliche Relevanz unserer Forschung aus“, sagt Helmholtz Munich CEO Matthias Tschöp.

ERC Advanced Grants sind mit bis zu 2,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren dotiert. Der Europäische Forschungsrat vergibt die Grants an herausragende Spitzenforscher:innen, die sich durch die Originalität und Relevanz ihrer Forschungsbeiträge auszeichnen und in den letzten zehn Jahren eine beachtliche Anzahl von Forschungsergebnissen vorweisen können.

Helmholtz Munich hat bisher 46 ERC-Grants eingeworben und ist damit eine der wettbewerbsfähigsten Forschungseinrichtungen im internationalen Vergleich.

Die neu ausgezeichneten Projekte auf einen Blick:

Heiko Lickert, Diabetes:

Diabetes ist eine bisher unheilbare Erkrankung. Es gibt keine Medikamente, die den Verlust oder die Fehlfunktion der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse aufhalten oder rückgängig machen können. Mit seinem ERC-Grant „BetaRegeneration“ wird Heiko Lickert die zellulären und molekularen Mechanismen entschlüsseln, die mit dem Schutz und der Regeneration von Betazellen in Verbindung stehen. Basierend auf bereits bekannten und neuartigen Wirkstoffzielen und mit Hilfe kombinatorischer Medikamentenforschung will er neue Wege finden, um Betazellen besser zu schützen oder neu zu bilden. Wenn dies gelingt, wird BetaRegeneration einen Paradigmenwechsel von der symptomatischen zur kausalen Diabetes-Therapie einleiten.

Fabian Theis, Computational Health:

In der molekularen Zellbiologie geht es darum, Zellen zu verstehen. Forschende wollen wissen, wie sich Zellen bei Störungen wie Krankheiten verhalten. Mithilfe von Einzelzellgenomik kann die Wissenschaft den Zustand von Zellen in bisher unerreichter Detailtiefe auslesen und so den klassischen Weg der Zellbiologie neu beschreiten. Mit seinem ERC-Grant „DeepCell“ wird Fabian Theis die Einzelzellgenomik mit maschinellem Lernen vereinen. Sein Fokus liegt auf dem weitgehend unerforschten Bereich medikamentenbedingter Störungen auf Einzelzellebene. Mit diesem Verfahren können die Wissenschaftler:innen das Verhalten einer Zelle bei Störungen systematisch modellieren. Das Verfahren zielt darauf ab, Vorhersagen für die Behandlung neuer Zelltypen zu verbessern. Außerdem eröffnet es die Möglichkeit, Wirkstoffscreenings in silico durchzuführen und birgt hohes Potenzial für eine schnellere Medikamentenentwicklung im klinischen Bereich.